Donnerstag, 10. Dezember 2009
Lahme Datenverbindungen: iPhone-Besitzer schuld?
Klaus Wedekind
Unglaublich: iPhone-Besitzer nutzen die Möglichkeiten, die ihnen ihr Telefon bietet.
(Foto: REUTERS)
AT&T gibt iPhone-Besitzern die Schuld an langsamen Datenverbindungen. Sie verursachten unverhältnismäßig viel Traffic, behauptet der US-Mobilfunkanbieter und droht mit neuen Preismodellen.
Wie Cnet berichtet, hat AT&T ausgerechnet, dass drei Prozent der Smartphone-Nutzer 40 Prozent der Mobilfunknetz-Kapazitäten belegten. Man werde deshalb versuchen, die iPhone-Besitzer dazu zu bringen, ihre Nutzungsgewohnheiten zu ändern, sagt der zuständige Manager Ralph de la Vega.
Aufklären und drohen
"Die meisten Nutzer wissen nicht, welche Anwendungen viel Traffic verursachen und welche nicht", sagt De La Vega. "E-Mails benötigen beispielsweise wenig Bandbreite, Video- oder Audio-Streaming dagegen sehr viel." Es gebe allerdings iPhone-Nutzer, die solche Bandbreiten-Fresser "rund um die Uhr" laufen ließen. "Wir müssen diesen Nutzern klarmachen, dass sie ihr Verhalten ändern müssen oder wir müssen zu anderen Mitteln greifen, um ihren Datenverkehr zu reduzieren", droht er. Langfristig werde man wohl ein Preismodelll einführen müssen, das die Datennutzung berücksichtigt.
Ausbau unvermeidlich
AT&T wollte lange nicht zugeben, dass es ein Problem mit dem großen Erfolg des Apple-Smartphones gibt. Kürzlich hat das Unternehmen aber sogar eine App veröffentlicht, mit der Nutzer Bandbreiten-Probleme aufzeichnen und AT&T mitteilen können. Laut Wall Street Journal bremst der exzessive iPhone-Gebrauch vor allem die Netze in Großstädten wie New York und San Francisco aus. Eine Analyse hat ergeben, dass iPhone-Besitzer online-Anwendungen fünf bis sieben Mal häufiger einsetzen als andere Mobilfunk-Nutzer.
Analysten gehen allerdings davon aus, dass das AT&T-Vorhaben, den Datenverkehr von iPhone-Besitzern einzuschränken, wenig erfolgversprechend ist. Letztendlich helfe nur eine Vergrößerung der Netzkapazitäten.
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