Kurznachrichten

ThyssenKrupp: Aktionärsschützer kritisieren Wahl Lehners

Die Wahl des ehemaligen Henkel-Chefs Ulrich Lehner zum neuen Aufsichtsratschef von ThyssenKrupp stößt nicht überall auf Zustimmung. "Wir hatten uns einen Kandidaten von außen gewünscht", sagte der Geschäftsführer der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) Thomas Hechtfischer.

Lehner gehört bereits sei 2008 dem Aufsichtsrat von ThyssenKrupp an. Er soll am 1. April die Nachfolge von Gerhard Cromme antreten. "Wir haben nichts gegen Herrn Lehner persönlich, aber ein personeller Neuanfang sieht anders aus", so der Aktionärsschützer.

Lehner müsse wie bereits angekündigt das Thema einer guten Unternehmensführung zum Schwerpunkt seiner Arbeit machen, sagte Hechtfischer. "Da hakt es. Kartellverstöße darf es bei ThyssenKrupp nicht mehr geben." Die Folgen des jüngsten Verdachts auf Preisabsprachen bei Lieferungen für die Automobilindustrie ließen sich noch gar nicht abschätzen. "Wer weiß, was da noch kommt." Hechtfischer unterstützte Überlegungen von Vorstandschef Heinrich Hiesinger, einen eigenen Vorstand mit dem Thema Compliance zu betrauen. "Das würde die Wichtigkeit unterstreichen."

Der Aktionärsschützer forderte Lehner auf, sich von anderen Aufsichtsratsmandaten zu trennen. Schon bei Cromme sei die Frage gewesen, ob er sich mit den Posten des Aufsichtsratschefs von ThyssenKrupp und Siemens nicht übernehme. "ThyssenKrupp ist ein Full-Time-Job." Ob Lehner sämtliche übrigen Mandate aufgeben sollte, müsse dieser aber selbst entscheiden. Lehner ist unter anderem Chef des Aufsichtsrats der Deutschen Telekom und Interimspräsident des Schweizer Pharmakonzerns Novartis.

Quelle: n-tv.de

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