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Tee, Zuckerrohr, Bananen, Palmöl : Arbeitsbedingungen auf Lebensmittelplantagen deutlich verschlechtert

Die Situation von Arbeitern auf Plantagen zur weltweiten Nahrungsmittelproduktion ist "katastrophal". Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die das katholische Hilfswerk Misereor und die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) am Dienstag im Vorfeld des Welternährungstags veröffentlichten.

Menschen, die Nahrungsmittel für den täglichen Gebrauch anbauen - etwa Tee, Zuckerrohr, Bananen oder Palmöl - würden oftmals so schlecht bezahlt, dass sie sich und ihre Familien nicht ernähren könnten, erklärte Misereor-Agrarexperte Benjamin Luig. "Das ist ein Skandal." So litten in fast allen Kernregionen der Teeproduktion, in Sri Lanka, Kenia und Indien, 30 Prozent der Kinder unter fünf Jahren an chronischer Mangelernährung. Der "erhebliche" Preisdruck auf Plantagen habe in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen. Großhändler, die selbst unter Konkurrenzdruck stünden, reichten diesen an die Plantagen weiter, erklärte Luig. So seien existenzsichernde Löhne in den wichtigsten Teeanbaugebieten "schlicht nicht möglich". Für die deutliche Verschlechterung seien auch die großen Lebensmittelkonzerne und Supermarktketten verantwortlich, weil sie die Preise "auf das niedrigste Niveau drücken", wie es in der Studie heißt.

NGG und Misereor riefen Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) daher auf, sich für "menschenwürdige Löhne" auf Plantagen einzusetzen. Misereor und der internationale Dachverband verfassten die Studie "Hunger ernten. Plantagenarbeiter und das Recht auf Nahrung" zusammen mit der Menschenrechtsorganisation FIAN.

Quelle: n-tv.de

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