Kurznachrichten
Mittwoch, 09. August 2017

Studie der Hans-Böckler-Stiftung: Auch Gewerkschafter anfällig für Rechtspopulismus

Gewerkschaftsmitglieder sind nach einer neuen Studie nicht weniger anfällig für rechte Parolen als andere Menschen. Bei gleicher Ausgangslage mache es bei der Wahrscheinlichkeit, AfD zu wählen, keinen Unterschied, ob jemand Gewerkschaftsmitglied ist oder nicht.

Dies geht aus einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervor, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Wer sich aber in einer Gewerkschaft aktiv engagiere, neige weitaus seltener Rechtspopulisten zu.

Gleiche Ausgangslage bezieht sich dabei auf Einkommen, berufliche Position, Bildungsabschluss, Alter, Geschlecht und Wohnsitz in Ost- oder Westdeutschland. Die Studie zeige, dass auch bei Gewerkschaftern das Einkommen wenig Einfluss auf das Wahlverhalten habe. Aber wie in anderen Gesellschaftsgruppen wählen Arbeiter unter den Gewerkschaftern weitaus häufiger AfD. Bemerkenswert sei auch, dass Gewerkschaftsmitglieder, die entsprechend ihrer Ausbildung beschäftigt sind, anders als andere Gruppen auffallend seltener AfD wählen.

Der Großteil der AfD-Wähler ist der Studie zufolge zwar in der unteren Mittelschicht zu finden. Bei den Berufsgruppen seien Arbeiter überrepräsentiert. Allerdings seien es keinesfalls nur die "sozial Abgehängten", die AfD wählten. Auch Menschen mit besonders hohen Nettoeinkommen würden im Vergleich zur oberen Mittelschicht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit aufweisen, AfD zu wählen oder es zumindest in Betracht zu ziehen.

Dass Rechtspopulisten verstärkt von Arbeitslosen gewählt werden, stimme nicht. Indessen seien Menschen, die um ihren Arbeitsplatz fürchten, empfänglicher für rechte Parteien. Auch dies zeige, dass Abstiegsängste ein entscheidender Faktor seien.

Quelle: n-tv.de

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