Kurznachrichten

Zinsmanipulationen: Auch Hongkong ermittelt gegen UBS

Nach den mit einer Milliardenstrafe abgeschlossenen Libor-Untersuchungen in den USA, Großbritannien und der Schweiz haben nun auch die Behörden in Hongkong die Schweizer Großbank UBS ins Visier genommen.

Die Hong Kong Monetary Authority (HKMA) teilte am Donnerstag mit, sie gehe dem Verdacht nach, dass es bei UBS Fehlverhalten bei der Festlegung des Referenzzinssatzes Hibor (Hong Kong Interbank Offered Rate) und anderer in der Region bedeutsamen Referenzsätze gegeben habe. Entsprechende Hinweise seien ihr von ausländischen Aufsichtsbehörden übergeben worden.

Am Mittwoch hatte UBS zugegeben, dass Dutzende ihrer Mitarbeiter über Jahre an Manipulationen des Londoner Referenz-Zinssatzes Libor beteiligt waren. Die Bank akzeptierte eine Geldstrafe über insgesamt 1,4 Milliarden Franken, von denen ein großer Teil an die USA geht. Die Schweizer Bankenaufsicht FINMA zog Gewinne über 59 Millionen Franken ein.

Auch die Aufsichtsbehörden in Singapur gehen der Frage nach, wie Referenzzinssätze und Referenzwechselkurse in der Vergangenheit zustande kamen. Ein Sprecher der Monetary Authority of Singapur (MAS) sagte, die an der Festlegung der Sätze beteiligten Banken - darunter UBS - seien dabei, das eigenen Vorgehen zu überprüfen. Referenzsätze wie Libor kommen dadurch zustande, dass Banken einer zentralen Stelle melden, zu welchen Sätzen sie anderen Banken Geld leihen wollen. Die Untersuchungen gegen UBS zeigten, dass Händler die Sätze zu hoch oder zu tief angaben, je nachdem, wie es ihnen bei ihren Geschäften nützte. Als treibende Kraft bei UBS gilt ein Händler, der früher in Tokio für die Schweizer Bank arbeitete. Gegen den Mann, der in England lebt, wurde am Mittwoch in den USA ein Strafverfahren eröffnet.

Quelle: n-tv.de

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