Kurznachrichten

Syrien: Bischof fordert zu Dialog und Versöhnung auf

Der Bischof von Aleppo hat die internationale Gemeinschaft zum Eintreten für den Schutz der Christen in der syrischen Bürgerkriegs-Stadt aufgefordert.

In Aleppo herrschten seit Monaten «Angst und Schrecken», sagte Antoine Audo am Montag in einem Interview der Nachrichtenagentur AFP. «Es gibt Scharfschützen an den Rändern der Stadtviertel, es gibt Autobomben, Bombenanschläge», sagte der chaldäische Geistliche. Es gebe in der Stadt mehrere Fronten, Angriffe seien unvorhersehbar.

Die Kämpfe hätten sogar die Mittelschicht in Aleppo verarmen lassen. «Wir haben keine Heizung und keinen Strom», sagte Audo. Das Schlimmste seien die zahlreichen Entführungen, fügte er hinzu: «Niemand kann riskieren, Aleppo mit dem Auto zu verlassen.» Da 80 Prozent der Syrer keine Arbeit hätten, seien Entführungen eine Möglichkeit, an Geld zu kommen. Christen seien davon zeitweise stärker betroffen als andere Gruppen, da sie keine Milizen organisiert hätten.

Der Bischof warf der internationalen Gemeinschaft vor, sich nicht genug für das Schicksal der Christen in Syrien zu interessieren. «Wir haben den Eindruck, dass uns niemand zuhört. Es interessiert niemanden, ob wir bleiben oder gehen.» Der Westen wolle vor allem eine «Konsumgesellschaft» und übersehe «die historische Bedeutung» der Anwesenheit der Christen in Syrien. «Was wir wollen, ist ein Prozess des Dialogs und der Versöhnung in Syrien.» Die syrischen Christen hätten Gewalt stets mit Intelligenz, Rationalität, Mitleid und Vergebung überwunden.

Quelle: n-tv.de

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