Kurznachrichten

Internet Computer Software Verbraucher Ratgeber: BKA-Trojaner: Nicht zahlen und Rettungs-CD nutzen

Berlin (dpa/tmn) - Die mutmaßlichen Hintermänner sind gefasst. Aber der BKA-Trojaner ist deshalb noch nicht Geschichte. Die Schadsoftware stellt immer noch eine Bedrohung dar. Sie blockiert Rechner, verschlüsselt Daten und malträtiert Nutzer mit erpresserischen Vorwürfen.

Eine Schadsoftware, viele Gesichter: Wer auf seinem Rechner Sperrhinweise und Zahlungsaufforderungen von Behörden und Organisationen wie BKA, Bundespolizei, GEMA oder GVU erhält, kann sich ziemlich sicher sein, dass die Schadsoftware BKA-Trojaner oder eine ihrer Varianten dahinter steckt. In jedem Fall gilt: nicht einschüchtern lassen, nicht zahlen und umgehend Anzeige bei der Polizei erstatten, raten das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK).

Die mutmaßlichen Hintermänner des BKA-Trojaners waren am Mittwoch (13. Februar) in Spanien gefasst worden. Für Nutzer stellt erpresserische Schadsoftware (Ransomware) aber weiterhin eine Bedrohung dar. Der BKA-Trojaner blockiert den Rechner, verschlüsselt unter Umständen die Daten und gibt vor, den Nutzer bei illegalen Aktivitäten im Netz ertappt zu haben. Bei einer Variante blickt sich der Nutzer sogar selbst ins Gesicht, weil der Trojaner auf dem Sperrbildschirm das Live-Bild der Webcam einblendet.

Davon sollte man sich aber ebenso wenig beeindrucken lassen wie von anderen angeblichen Vergehen - und keinesfalls die geforderte Summe zwischen 50 und 100 Euro zahlen. Denn das führt den Angaben zufolge weder zur Entsperrung des Rechners noch zu einer Entschlüsselung der Daten. Offizielle Stellen würden niemanden in dieser Form ansprechen und niemals in dieser Form Geld fordern, warnt die ProPK. Die Kriminellen nutzen anonyme elektronische Zahlungssysteme wie Ukash oder Paysafecard.

Ist ein System mit einem Trojaner infiziert, sollten Anwender versuchen, es mit sogenannten Rettungs-CDs oder -USB-Sticks zu reinigen. Solche Programme bieten Hersteller von Antivirensoftware kostenlos zum Download an. Für das Brennen der CDs oder das Kopieren des Rettungsprogramms auf einen USB-Stick benötigt man natürlich einen anderen, nicht infizierten Rechner.

Oft liegen Rettungs-CDs auch Computerzeitschriften bei. Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum Reinigen und Retten bietet etwa das Anti-Botnet-Beratungszentrum auf den Seiten botfrei.de oder bka-trojaner.de. Im schlimmsten Fall muss das System komplett neu aufgesetzt werden.

Bei einem Verschlüsselungs-Trojaner empfehlen Polizei und BSI Betroffenen, die Hilfe eines IT-Experten in Anspruch zu nehmen. Oft gelinge es aber trotzdem nicht, alle Daten wiederherzustellen.

Umso wichtiger ist ein stets aktueller Virenschutz, der bekannte Varianten des erpresserischen Trojaners erkennt und aussperrt. Außerdem sollten Updates für das Betriebssystem, installierte Programme und Plug-ins eingespielt werden, sobald diese bereitgestellt werden.

Neben sogenannten Drive-by-Downloads beim Besuch manipulierter Webseiten verbreiten sich Trojaner oft über E-Mails. Um ihr System zu schützen, sollten Computernutzer deshalb auch grundsätzlich niemals auf Links in unaufgefordert zugesandten Mails klicken und niemals ungeprüft Dateianhänge öffnen. Im Zweifel fragt man besser beim Absender nach.

Quelle: n-tv.de