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Internet Psychologie: Drängeln und verführen: Die Tricks der Online-Händler

Berlin (dpa/tmn) - Im Internet kann man sich rasch einen Überblick über das Warenangebot verschaffen, man riskiert aber auch, sich von den gerissenen Methoden der Online-Verkäufer gängeln zu lassen.

Jede Farbe, jedes Bild, jeder Button ist in vielen Online-Shops durchdacht. Vom Nutzer positiv wahrgenommene Seitenelemente sollen ebenso als unterschwelliger Kaufauslöser wirken wie ständige Preisänderungen, berichtet die Computerzeitschrift «c't» (Ausgabe 26/12). Doch wer sich mit solchen Tricks zu einer schnellen Kaufentscheidung drängen lässt, vergebe die Chancen, die das Internet in Sachen Produktsuche und Preisvergleich bietet.

Für Bestandskunden eines Onlineshops kann es sich lohnen, den gefüllten Warenkorb etwas «abhängen» zu lassen. Mit der zweiten Erinnerungsmail komme oft ein Rabattangebot, erklären die Experten. Außerdem lohne es sich, den Namen des Händlers mit dem Wort Gutschein in eine Suchmaschine einzugeben. Auf diesem Wege finden sich Rabatt-Codes, die auf dem Weg vom Warenkorb zur virtuellen Kasse eingegeben werden können.

Als Trick bei Hotel, Flug- oder Reiseportalen besonders beliebt ist die künstliche Verknappung: Oft sieht man Hinweise auf das angeblich letzte Zimmer zum günstigen Preis, das die Experten im Test dann aber trotzdem noch mehrfach buchen konnten. Um den Druck zu erhöhen, zeigen einige Seiten auch an, wie viele andere Nutzer sich angeblich gerade ebenfalls dieses Hotel anschauen.

Das alles sei aber kein Grund, «sich hektisch zu einer irrationalen Entscheidung treiben zu lassen», warnt die Zeitschrift. Die meisten Buchungsplattformen arbeiteten mit vielen enggestuften Preisstaffeln, in denen immer nur wenige Angebote angezeigt werden: Seien etwa die 78-Euro-Zimmer ausgebucht, gebe es anschließend welche für 80 Euro. Auch manche Gutschein-Plattforen drängen mit «Deals», die um Mitternacht enden, aber am nächsten Tag gleich wieder angeboten werden.

Nach wie vor groß ist das Problem mit gefälschten Bewertungen. Um eine Beurteilung abgeben zu können, reicht oft immer noch eine gültige E-Mail-Adresse. Selbst Anbieter, die nur Käufern eine Möglichkeit zur Bewertung geben, sind nicht vor Betrügern gefeit, erklären die Experten. Die Täter könnten einfach kaufen, bewerten und den Kauf dann wieder rückgängig machen.

Quelle: n-tv.de