Kurznachrichten

Justiz Polizei Internet: Niedersachsen ist Vorreiter bei Facebook-Fahndung

Hannover (dpa) - Nach einem Pilotprojekt zur Facebook-Fahndung in Hannover nutzt Niedersachsen das soziale Netzwerk seit dem Sommer landesweit zur Ergänzung herkömmlicher Verfolgungsmethoden.

Bei den bei Facebook auf Wunsch der örtlichen Polizei eingestellten Fällen wird zu dem jeweiligen Fahndungsaufruf im Internet verlinkt. Für das Einstellen zentral zuständig ist das Landeskriminalamt, das auch rund um die Uhr darüber wacht, ob es Reaktionen gibt.

Facebook-Nutzer, die glauben, der Polizei helfen zu können, sollen sich per Telefon oder E-Mail an die zuständige Wache wenden, nicht aber einen Kommentar einstellen. Die Informationen an die Fahnder sollen nicht öffentlich einsehbar sein. Um Datenschutzbedenken zu begegnen, lagern personenbezogene Daten zu vermissten Personen oder gesuchten Verbrechern auf Servern in Niedersachsen und nicht im Ausland.

Viele Hinweise über Facebook gibt es nach LKA-Angaben vor allem von der jungen Generation, die sich ansonsten eher selten mit Tipps bei der Polizei meldet. In diversen Fällen hat Facebook letztendlich zur Aufklärung von Verbrechen beigetragen. Ein Mal kam es bereits zu einer Panne, als über Facebook kurzzeitig eine unter Kinderpornografie-Verdacht geratene Internetseite genannt wurde. Außer zur Fahndung hat die Polizei Facebook bereits bei einem als problematisch eingestuften Europa-League-Fußballspiel eingesetzt, um Fans zweisprachig über die Lage zu informieren.

Quelle: n-tv.de