Kurznachrichten

Deutscher Hooligan : EGMR billigt vorbeugende Ingewahrsamnahme

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die Klage eines mutmaßlichen Hooligan aus Bremen zurückgewiesen, den die Polizei im Jahr 2004 während eines Fußballspiels vorbeugend in Gewahrsam genommen hatte.

Die Maßnahme sei gerechtfertigt gewesen, weil damit gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Hooligan-Gruppen verhindern werden sollten, heißt es in einem am Donnerstag in Straßburg bekanntgegebenen Urteil. Der Mann sei der Polizei als gewaltbereiter Hooligan bekannt gewesen.

Der Bremer war im August 2004 mit einer Gruppe von Schlachtenbummlern zu einem Fußballspiel nach Frankfurt am Main gereist. Die dortige Polizei wurde von Beamten in Bremen darüber informiert, dass die Gruppe aus Hooligans bestehe. Die Polizei fand bei den Männern mit Sand gefüllte Handschuhe und Mundschutz-Vorrichtungen. Die Beamten nahmen die Gruppe unter Beobachtung, der Kläger konnte aber entkommen und sich in einer Toilette verstecken. Daraufhin wurde er festgenommen und vier Stunden in Gewahrsam gehalten. Erst nach Ende des Fußballspiels kam er wieder auf freien Fuß.

In Deutschland war der Bremer vergeblich bis vor das hessische Oberlandesgericht gezogen. Das Bundesverfassungsgericht nahm seine Klage im Februar 2008 nicht an. Daraufhin reichte der Mann Beschwerde beim Straßburger Gerichtshof ein. Dessen Urteil wurde von einer kleinen Kammer gefällt. Dagegen kann der Kläger Rechtsmittel einlegen. Der Gerichtshof kann den Fall dann an die Große Kammer zur Überprüfung verweisen - er muss dies aber nicht tun.

Quelle: n-tv.de

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