Kurznachrichten

Dumpingvorwürfe: EU-Solarglashersteller reichen Beschwerde gegen China ein

Die europäische Solarbranche setzt sich erneut gegen gegen die aus ihrer Sicht  unfaire Konkurrenz aus China zur Wehr. Der Herstellerverband EU ProSun Glass hat eine Beschwerde wegen Preisdrückerei bei der Brüsseler EU-Kommission eingereicht, wie der Verband am Dienstag mitteilte.

Solarglas ist ein Spezialglas zur Herstellung von Solarmodulen. Die EU-Kommission wollte den Eingang der Beschwerde nicht bestätigen. Sie hat nach eigenen Angaben 45 Tage Zeit, um in solchen Fällen über die Einleitung einer Untersuchung zu entscheiden.

Gibt die Kommission schließlich den europäischen Herstellern Recht, kann sie sie durch Strafzölle auf die chinesischen Importe vor dem Dumping schützen. Sollen diese Zölle für mehrere Jahre erhoben werden, müssen auch die Regierungen zustimmen. Sie könnten damit einen Handelskrieg mit China riskieren oder verschärfen.

EU ProSun Glass wirft chinesischen Herstellern vor, durch unfaire Geschäftspraktiken und Niedrigpreise europäische Konkurrenten vom Markt zu verdrängen. «Um einen Teil dieser unglaublichen Überschussmengen in den Markt zu bringen, verkaufen die chinesischen Hersteller ihr Solarglas im EU-Markt zu Dumpingpreisen, die nicht einmal die Kosten der Rohmaterialien decken», erklärte Ulrich Frei, Präsident von EU ProSun Glass. Er warf der chinesischen Regierung vor, die Verluste der eigenen Hersteller auszugleichen. In diesem Preiskampf könnten europäische Produzenten nicht mithalten. Derzeit laufen bereits zwei EU-Verfahren im Zusammenhang mit Solarprodukten aus China. Auf die erste Dumping-Untersuchung reagierte Peking mit Missbilligung.

Quelle: n-tv.de

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