Kurznachrichten

Ungarn: Empörung über antisemitische Äußerungen im Parlament

Nachdem Marton Gyöngyösi, Mitglied der rechtsextremen Jobbik-Partei, am Montagabend antisemitische Äußerungen von sich gegeben hatte, reagierte die ungarische Regierung nun auf den Vorfall und verurteilte das Verhalten des Abgeordneten «auf das  Schärfste», hieß es am Dienstag in einer Erklärung.

Sie wende sich in aller Deutlichkeit gegen jegliche «extremistische, rassistische oder antisemitische Äußerungen» und tue alles in ihrer Macht Stehende, um diese zu bekämpfen. Der Abgeordnete hatte im Parlament gefordert, jüdische Mitglieder der Regierung sowie des Parlaments, die eine «Gefahr für die nationale Sicherheit» darstellten, auf einer Liste zu erfassen.

Der Chef der sozialistischen Partei MSZP, Attila Mesterhazy,  bezeichnete diese Äußerungen als «unverzeihlich». Am Dienstag entschuldigte sich Gyöngyösi bei seinen «jüdischen Landsleuten» und erklärte, nicht richtig verstanden worden zu sein. So habe er lediglich eine Liste von Bürgern mit ungarisch-israelischer Staatsbürgerschaft gefordert.

Eine ungarische jüdische Organisation, die Vereinte ungarische jüdische Gemeinschaft, kündigte am Dienstag eine Klage gegen den Jobbik-Abgeordneten an. In jüngster Zeit waren in Ungarn antisemitische Zwischenfälle deutlich gestiegen.

Quelle: n-tv.de

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