Kurznachrichten

Probleme bei der Netzanbindung: EnBW stoppt Offshore-Windpark-Projekt "Hohe See"

Der staatlich kontrollierte Energieversorger EnBW hat die geplante Investition von 1,5 Milliarden Euro in einen Nordsee-Windpark auf unbestimmte Zeit zurückgestellt.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Probleme mit der Anbindung der 80 Windräder mit 400 Megawatt Leistung stünden der Freigabe der Mittel entgegen, teilte der Versorger am Mittwoch in Karlsruhe mit. EnBW bestätigte damit einen Bericht der "Stuttgarter Zeitung".

Der seit Oktober amtierende neue Vorstandschef Frank Mastiaux zieht damit die Notbremse und setzt den Kurs seines bei der grün-roten Landesregierung von Baden-Württemberg in Ungnade gefallenen Vorgängers Hans-Peter Villis fort. Villis hatte Ende August in einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) die Offshore-Windkraft-Regelungen der Bundesregierung kritisiert. Dem EnBW-Projekt "Hohe See" drohe eine lange und teure Verzögerung, da der Netzbetreiber Tennet die Netzanbindung nach hinten schieben könne. "Möglicherweise würde die Zusage erst 2014, also mit zwei Jahren (!) Verspätung erfolgen", hatte Villis moniert. Damit wäre der Windpark statt wie geplant 2015 erst 2017 ans Netz gegangen.

EnBW muss nach dem Stopp von zwei seiner vier Atomkraftwerksblöcke im Jahr 2011 vor allem die erneuerbaren Energien bei der Stromerzeugung ausbauen, da auch das zu knapp der Hälfte an dem Unternehmen beteiligte Land Baden-Württemberg den Versorger zum Vorzeigeunternehmen der Energiewende aufbauen will. Für die Pannen und Verzögerungen beim Netzanschluss von Windparks gilt seit kurzem eine neue Regelung: Zu großen Teilen haften dafür die Verbraucher, Netzbetreiber wie Tennet haben zudem mehr Spielraum beim Termin für den Anschluss von Windparks auf hoher See.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen