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Film Leute USA: J.R.-Darsteller Larry Hagman gestorben

New York (dpa) - J.R. ist tot: Larry Hagman, der mit der Fernsehserie «Dallas» vor drei Jahrzehnten weltweit zum Star wurde, ist am Freitag gestorben, wie die «Dallas Morning News» unter Berufung auf die Familie des Schauspielers berichteten.

Hagman wurde 81 Jahre alt, fast bis zuletzt hatte er gedreht. Er starb im Kreise seiner Familie in einem Krankenhaus in Dallas - nur 50 Kilometer von seinem Geburtsort Fort Worth entfernt.

«Larry war zurück in seinem geliebten Dallas, wo er wieder die Kultrolle spielte, die er am meisten liebte», zitiert die Zeitung die Familie. «Larrys Familie und enge Freunde haben mit ihm das Erntedankfest in Dallas verbracht. Als er ging, war er von seinen Lieben umgeben. Es war ein friedlicher Abschied, genau wie er es sich gewünscht hatte.» Hagman war 59 Jahre mit der Schwedin Maj Axelsson verheiratet. Beide haben eine Tochter, einen Sohn und fünf Enkeltöchter.

«Er war ein Verführer des Lebens und brachte Freude zu jedem, den er kannte», sagte seine Filmfrau Linda Grey am Samstag der «New York Times». «Ich werde ihn unglaublich vermissen. Er war ein Original und hat das Leben voll ausgekostet.»

Hagman hatte im vergangenen Jahr mitgeteilt, dass er Krebs hat. Dennoch spielte er in der neuen Serie «Dallas» wieder die gleiche Rolle wie zuletzt zwei Jahrzehnte zuvor - nur noch etwas raffinierter: den intriganten Ölmann, der seinen treuherzigen Bruder Bobby austricksen will. Zu Beginn der ersten Folge des neuen «Dallas» sitzt Hagman von Krankheit schwer gezeichnet in einem Stuhl und kann offenbar auf die Worte seines Bruders nicht reagieren. Doch kaum ist Bobby weg, springt er auf und organisiert neue Intrigen.

Privat war Hagman vom fiesen Ölbaron weit entfernt: Freunde schildern ihn als warmherzig und witzig. Und an Öl glaubte er auch nicht: Hagman machte Werbung für Solarenergie, genauer gesagt für eine deutsche Firma. Der Texaner Hagman («ich unterstütze natürlich Obama») war zudem alles andere als ein Anhänger des Texaners George W. Bush. Er setzte sich für die Legalisierung von Marihuana ein - und nahm zuweilen selbst auch einen Joint.

Getrunken hat der Schauspieler, der 1995 eine neue Leber bekam, allerdings lange nicht mehr: «Ein einziger Drink wäre mein Tod. Ich würde mich innerhalb weniger Minuten in meine Bestandteile auflösen», hatte er noch im Juni der «Bild»-Zeitung gesagt.

Hagman liebte die J.R.-Rolle, wie er vor wenigen Monaten der dpa sagte: «Ich will noch 13 Jahre Dallas spielen. Dann bin ich 94 und dann ist es vorbei.» Er könne sich nicht dagegen wehren: «Es ist eine wunderbare Rolle, ich verdiene viel Geld damit, kann um die Welt reisen - und es ist einfach. Ich kenne die Rolle. Er ist ein Womanizer, eine Ratte. Aber er hat viel Spaß.» Er wolle gar nicht aufhören: «Ich werde J.R. sein, bis ich sterbe.»

Quelle: n-tv.de