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Monarchie Leute Niederlande: Rente royal? - Monarchen meiden den Ruhestand

London (dpa) - Wer einmal König ist, der wirft so schnell nicht das Zepter: Über Jahrtausende hielten Herrscher aus Machterhalt am höchsten Amt fest, heutzutage fühlen sich Europas Monarchen wohl vor allem in der Verantwortung für ihr Land.

Für die meisten scheint König oder Königin eine echte Berufung und Lebensaufgabe zu sein. Von Rücktrittsplänen wie denen der niederländischen Königin Beatrix gibt es daher wenig zu berichten.

So zeigt GROSSBRITANNIENs Königin Elizabeth II. trotz ihres stolzen Alters von 86 Jahren keine Anzeichen, ihres Amtes müde zu werden. Sie ist so populär wie nie zuvor. Im vergangenen Jahr feierte sie unermüdlich ihr 60. Thronjubiläum und war fast das ganze Jahr auf Reisen. Prinzgemahl Philip mit seinen 91 Jahren war dabei meist an ihrer Seite - nur wenige Male fiel er wegen Gesundheitsproblemen kurz aus. Elizabeths Krönung ein Jahr später soll 2013 gebührend gefeiert werden.

Im Vereinigten Königreich hat der Rücktritt von Monarchen ohnehin keine Tradition - obwohl er laut Gesetz mit einigen parlamentarischen Formalien möglich ist. Beim letzten Mal entwickelte er sich zum Skandal eines Jahrhunderts. Da verzichtete Elizabeths Onkel, König Edward VIII., auf den Thron, um seine große Liebe Wallis Simpson, eine geschiedene US-Amerikanerin, heiraten zu können. Damit ebnete er seiner Nichte Elizabeth den Weg. Diese ist mittlerweile auf dem besten Weg, den Rekord für die längste Zeit an der Spitze zu brechen. Den hält bis heute Queen Victoria mit mehr als 63 Jahren.

Diskussionen gibt es auf der Insel aber regelmäßig darum, wer der Queen nachfolgen soll. Lange Zeit war Thronfolger Prinz Charles (64) derart unbeliebt, dass Umfragen regelmäßig ergaben, das Volk wolle nach dem Ende der Herrschaft von Elizabeth gleich deren charmanten Enkel Prinz William (30) als König sehen. Das aber wäre verfassungsrechtlich kaum umzusetzen. Seit einiger Zeit sprechen sich aber wieder mehr Briten für einen King Charles aus. Außerdem wird Vorsorge für die Zukunft getroffen. Während Herzogin Kate schwanger ist, läuft eine Änderung der Thronfolgeregelung für Gleichberechtigung von Jungen und Mädchen durch die Instanzen.

In SPANIEN gilt eine Abdankung von König Juan Carlos ebenfalls als völlig ausgeschlossen. Dabei ist der Monarch mit 75 Jahren etwa im gleichen Alter wie die niederländische Königin Beatrix. Seine Gesundheit ist angeschlagen. Die Erholung von drei Hüftoperationen zieht sich in die Länge. Kronprinz Felipe, der an diesem Mittwoch 45 Jahre alt wird, ist in der Bevölkerung beliebt und gilt als «der am besten qualifizierte Thronfolger in der Geschichte der spanischen Monarchie».

Felipe hat nicht nur beim Militär Ausbildungen in allen drei Waffengattungen absolviert, sondern auch ein Jura- und Politik-Studium abgeschlossen. Dennoch denkt Juan Carlos nicht daran, auf sein Amt zu verzichten. «Ich fühle mich in bester Form, bin voller Energie und habe vor allem die Lust, weiter zu machen», sagte der König kürzlich zu seinem 75. Geburtstag.

In SCHWEDEN scheint König Carl XVI. Gustaf als einziger Regent in Skandinavien einen vorzeitigen Abschied nicht völlig auszuschließen. Abdankung sei für den 66-Jährigen «nicht aktuell», sagte Hofsprecher Bertil Ternert am Dienstag in Stockholm. Die Frage nach einem grundsätzlichem Ausschluss dieses Schrittes ließ er unbeantwortet: «Wir sagen nur, dass das nicht aktuell ist.»

Nach etlichen Umfragemehrheiten für einen Thronverzicht Carl Gustafs zugunsten seiner Tochter Kronprinzessin Victoria (35) klingt das doch ein bisschen nach dem berühmten Hintertürchen. Zumal sich die skandinavische Verwandtschaft eindeutiger äußert.

«Man ist so lange König, wie man lebt», ließ NORWEGENs Regent König Harald V. (75) seinen Sprecher während einer Bahnfahrt kurz und knapp auf die Frage nach etwaigen Rücktrittsgedanken ausrichten. DÄNEMARKs Königin Margrethe II. (72) sagte zuletzt beim 40. Thronjubiläum 2012 über ihr Amt: «Ich war immer der Meinung, dass es eine Verpflichtung für das Leben ist.»

Etwas anders sieht das in BELGIEN aus: König Albert II. wird im Juni 79 Jahre alt, und es ist kein Geheimnis, dass der Monarch ganz gerne 2013 zurücktreten würde. Doch die ausgesprochen schwierige politische Lage in dem kleinen Königreich spricht laut Beobachtern dagegen. Viele Politiker dringen darauf, dass der Souverän zumindest bis zu den Parlamentswahlen im Amt bleibt, die im kommenden Jahr anstehen.

Anders als die Niederlande ist Belgien in den Niederländisch sprechenden Norden und den französischsprachigen Süden geteilt. Im Norden werden die flämischen Nationalisten immer stärker - sie wollen auf Dauer ein selbstständiges Flandern. Kronprinz Philippe (52) hat bisher nicht so richtig die Herzen der Belgier erobern können, ganz anders als seine Frau, Prinzessin Mathilde (40), eine ausgebildete Logopädin.

Quelle: n-tv.de