Kurznachrichten

Bespitzelungsaffäre bei Ikea Frankreich: Ermittlungen gegen Sicherheitschef und Stellvertreterin

In der Bespitzelungsaffäre des schwedischen Möbelhauses Ikea in Frankreich müssen sich zwei frühere Verantwortliche des Unternehmens einem formellen Ermittlungsverfahren stellen. Wie am Dienstag aus Justizkreisen in Versailles verlautete, werden der langjährige Sicherheitschef von Ikea, Jean-François Paris, sowie dessen frühere Stellvertreterin beschuldigt.

Seit rund einem Jahr untersucht die französische Justiz den Vorwurf, Ikea hätte Bewerber, Mitarbeiter und Gewerkschafter von privaten Sicherheitsleuten systematisch bespitzeln lassen. Die privaten Sicherheitsleute sollen dem Möbelhaus Informationen aus der zentralen Polizeikartei, aus der Kfz-Zulassungsstelle oder aus dem Führerschein-Register übermittelt haben.

Dabei sollen nicht nur Bewerber oder Angestellte ausgespäht worden sein, sondern auch Gewerkschafter und sogar Kunden im Fall einer geschäftlichen Auseinandersetzung. Ikea Frankreich entließ deshalb im Mai vergangenen Jahres bereits vier ranghohe Mitarbeiter. Die Zentrale von Ikea Frankreich wurde vergangenes Jahr mehrfach durchsucht.

Ikea hatte eine interne Untersuchung eröffnet und sich von dem Vorgehen distanziert. Ende Juni verabschiedete der Möbelriese einen Verhaltenskodex für sein Personal. Der Text verbietet Korruption und Diskriminierung und schreibt den Respekt des Privatlebens vor. An der systematischen Bespitzelung soll teils sogar der langjährige Unternehmenschef Jean-Louis Baillot beteiligt gewesen sein.

Quelle: n-tv.de

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