Kurznachrichten
Mittwoch, 14. Juni 2017

Neuregelung für Bamf: Flüchtlinge sollen schneller mit Integrationskurs starten

Künftig sollen die in Deutschland lebenden Flüchtlinge schneller als bisher mit ihren Integrationskursen starten. Das Bundeskabinett billigte eine Verordnung, mit der das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) in die Lage versetzt wird, die Flüchtlinge einem bestimmten Kursträger zuzuweisen.

Damit kann die Behörde rascher steuernd eingreifen, wenn ein Kurs nicht innerhalb von sechs Wochen zustande kommt, wie das Bundesinnenministerium mitteilte. Den Teilnehmern wird es mit der Neuregelung außerdem erschwert, von einem Kurs zum anderen zu wechseln. Schließlich werden die Möglichkeiten der Kinderbetreuung während eines Kurses verbessert.

Es gab immer wieder Klagen, dass die Flüchtlinge zu lange auf ihren Integrationskurs warten müssen. Erste Erfahrungen mit dieser Praxis seien positiv, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). "Wir werden dies nach und nach ausweiten." Der Deutsche Städte- und Gemeindebund forderte indes eine bessere Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt.

Viele Flüchtlinge seien nach ihrer Anerkennung auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg im Rundfunk Berlin-Brandenburg. "Man wird wahrscheinlich mittelfristig eine öffentlich geförderte Beschäftigung für diese Personen brauchen."

Landsberg verwies dabei auch auf positive Erfahrungen aus Dänemark. "Die Dänen machen von Anfang an eine Kombination aus Arbeit oder Berufsorientierung und Sprachkurs, und so wie sie es berichtet haben, läuft das ganz gut." Insgesamt zog Landsberg eine durchwachsene Integrationsbilanz. Generell seien die Akteure "sehr viel professioneller geworden", sagte er.

In manchen Kommunen laufe die Integration sehr gut - in anderen, die viele Flüchtlinge aufnahmen, allerdings noch schleppend. Bei der Unterbringung der Flüchtlinge stünden die Kommunen gut da, sagte Landsberg.

Quelle: n-tv.de

Aktuelle Nachrichtenthemen
Empfehlungen