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Vergewaltigungsprozess in Indien: Freund des Opfers sagt aus

Der bei der Tat anwesende Freund der verstorbenen jungen Inderin, die Mitte Dezember von sechs Männern vergewaltigt wurde, hat nun vor Gericht ausgesagt. Da er selbst von den Tätern heftig geschlagen und schwer verletzt worden war, erschien der 28-Jährige am Dienstag im Rollstuhl vor dem Gericht in Neu Delhi.

Wie sein Vater der Nachrichtenagentur AFP sagte, habe der Zeuge den Bus identifiziert, in dem sich die Tat abspielte. «Ja, mein Sohn konnte den Bus identifizieren, jetzt fängt das Kreuzverhör an», sagte der Vater. Obwohl der Prozess strengen Regularien unterliegt, erlaubte das Gericht den anwesenden Journalisten, die Besichtigung des Busses durch den jungen Mann, mehrere Anwälte und Gerichtsangehörige zu verfolgen. Bildaufnahmen waren an dem Ort vor dem Gerichtsgebäude, wohin der Bus gebracht worden war, jedoch nicht gestattet.

«Mein Sohn wird alles Erdenkliche tun, um sicherzustellen, dass die Schuldigen bestraft werden», sagte der Vater AFP. «Er wird kooperieren und ist bereit, alle von der Verteidigung gestellten Fragen zu beantworten», fügte er hinzu. Da der junge Mann neben den Tätern und dem Opfer der Vergewaltigung der einzige in dem Bus Anwesende war, ist er für das laufende Verfahren der wichtigste Zeuge. Sein Name darf aus rechtlichen Gründen nicht genannt werden.

Die 23-jährige Medizinstudentin war Mitte Dezember in Neu Delhi vergewaltigt und schwer misshandelt worden. Sie starb wenige Tage später im Krankenhaus. Wegen der Tat stehen fünf Männer unter anderem auch wegen Mords vor Gericht. Ihnen droht die Todesstrafe. Ein sechster Verdächtiger kommt vor ein Jugendgericht. Der Fall der jungen Frau sorgte weltweit für Entsetzen und löste in Indien eine  Debatteüber den Umgang mit Frauen in der Gesellschaft aus.

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Quelle: n-tv.de

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