Freitag 17. 02. 2012, 16:03 Uhr
Geld: Finanzagentur kündigt 40 000 Konten von Privatkunden
Frankfurt/Main - Die Finanzagentur des Bundes hat 40 000 Konten von Privatkunden gesperrt. Das teilte die Bundesrepublik Deutschland - Finanzagentur GmbH in Frankfurt mit.
Die betroffenen Besitzer von Bundesschatzbriefen und anderen Bundeswertpapieren hätten auch nach dem wiederholten Aufruf der Schuldenverwalter die angeforderten Unterlagen nicht eingereicht, hieß es am Freitag (17. Februar). Weil das Geldwäschegesetz Ende April 2011 auf die Finanzagentur ausgedehnt worden war, hatte diese von ihren Privatkunden beglaubigte Kopien von Dokumenten angefordert, aus denen Informationen zu Geburtsort und Staatsangehörigkeit hervorgehen.
«Die Summe der nach Abschluss von zwei Kundenanschreiben nunmehr Geldwäschegesetz-konform bei der Finanzagentur geführten Konten beträgt rund 355 000», sagte ein Sprecher auf Anfrage. 40 000 Konten seien wegen fehlender Angaben gekündigt worden.
Auf ein erstes Anschreiben hatten im August 2011 von rund 400 000 Gläubigern zunächst nur 100 000 reagiert und die Dokumente vollständig eingereicht. Die Schuldenmanager des Bundes hatten daraufhin noch einmal rund 300 000 Kunden angeschrieben.
Insgesamt hatten private Gläubiger Ende Januar 9,1 Milliarden Euro bei der Agentur angelegt, die die Schulden der Bundesrepublik verwaltet.
Sorgen um ihr Vermögen müssen sich die Besitzer der gekündigten Konten aber nicht machen: Die dort eingetragenen Bundeswertpapiere könnten bis zur Fälligkeit verwahrt oder im Rahmen der Emissionsbedingungen verkauft oder zurückgegeben werden, sagte der Sprecher. Die Konten seien gekündigt, aber nicht aufgelöst. «Der Kunde kommt jederzeit an sein Geld, kann dort aber keine neuen Wertpapiere einlagern.» Spätestens nach Auszahlung von Zinsen und Nennwert zur Fälligkeit werde das Konto aber gelöscht.
Offiziell ist die Frist zur Einreichung der Dokumente damit abgelaufen. Wer dennoch weiterhin Interesse an der kostenfreien Kontoführung für Bundeswertpapiere hat, kann sich jederzeit legitimieren und erhält dann ein neues Konto - möglicherweise sogar mit der alten Nummer.
Quelle: n-tv.de /
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