Kurznachrichten

Hans-Böckler-Stiftung: Gesamtwirtschaftliches Gewicht der Lohneinkommen gestiegen

Angaben der Hans-Böckler-Stiftung zufolge ist der Anteil der Löhne am privaten Haushaltseinkommen 2011 leicht gestiegen. Wie die Stiftung am Dienstag in Düsseldorf in ihrem neuen Verteilungsbericht mitteilte, erhöhte sich der Anteil der Löhne am insgesamt verfügbaren Einkommen aller privaten Haushalte 2011 geringfügig auf 44,5 Prozent.

Begründet wurden die neuen Zahlen mit steigenden Tariflöhnen, höheren Beschäftigungszahlen und längeren Arbeitszeiten. Dieser Anstieg der sogenannten Netto-Lohnquote bedeute insgesamt aber keine Abkehr vom langjährigen Trend, wonach Kapitaleinkommen  und Unternehmensgewinne bei den Privat-Einkommen gegenüber den Löhnen an Boden gewönnen, erklärte die gewerkschaftsnahe Stiftung weiter. In den 60er bis 80er Jahren habe der Anteil der Löhne am  Einkommen der Haushalte stets mehr als 50 Prozent betragen.

Der Leiter des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Stiftung, Claus Schäfer betonte jedoch, dass das Kaufkraftpotenzial der Arbeitslöhne in Deutschland nach wie vor «auf einem historisch niedrigen Niveau» sei. Hinzu komme, dass die jüngsten leichten Zuwächse durch eine mögliche konjunkturelle Abkühlung abschmelzen  könnten. Im ersten Halbjahr 2012 habe die Netto-Lohnquote bei 43 Prozent gelegen, was nahelege, dass weiterer Zuwachs ausbleiben werde.

Durch die anhaltende Ungleichgewichtung stehe auch die gesamtwirtschaftlich wichtige private Konsumnachfrage auf «unsicherem Fundament», erklärte Schäfer. Dies gelte umso mehr, als Untersuchungen zeigten, dass vor allem die Löhne der Besserverdienenden gestiegen seien, während gleichzeitig eine wachsende Beschäftigung im unteren Einkommensbereich zu «steigender Prekarität» führe.

Quelle: n-tv.de

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