Kurznachrichten

Bundesbankerin Lautenschläger: Gesetzgeber soll Banker-Boni zügeln

Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger will notfalls mithilfe des Gesetzgebers die Bonuszahlungen für Bankenmanager begrenzen. "Die Finanzindustrie muss weltweit dafür sorgen, dass beim Wettkampf um die besten Köpfe keine absurden Bonusvereinbarungen angeboten werden", sagte sie dem "Handelsblatt" vom Dienstag.

Demnach solle der Gesetzgeber gegebenenfalls Bankgehälter deckeln. "Ja, auch wenn dies ein schwieriges Unterfangen ist", antwortete sie auf eine entsprechende Frage. Zwar seien Entlohnungsregeln in diese Bereich bereits verändert worden. "Es ist aber noch nicht alles getan", analysierte Lautenschläger.

Für sinnvoll hält es die Bundesbankerin beispielsweise, einen größeren Teil der Bonusansprüche von Bank-Managern über einen längeren Zeitraum, etwa fünf Jahre oder mehr, zurückzuhalten. Zudem müssten solche Vergütungsregeln international abgestimmt werden. Lautenschläger hält es auch für überlegenswert, einen Teil der Bonusansprüche über Schuldtitel der jeweiligen Institute abzugelten, die dann unter Umständen auch an Verlusten der Banken teilhaben.

Die deutschen Untersuchungen zu Manipulationen des Libor-Referenzzinssatzes seien bei manchen Banken inzwischen abgeschlossen, sagte Lautenschläger, ohne Namen zu nennen. Sie plädierte für eine Überarbeitung der Libor- und Euribor-Modelle, die konzeptionelle Schwächen aufwiesen. Ob deren Abschaffung Sinn mache, daran habe sie aber Zweifel. Lautenschläger sprach sich für ein hartes Vorgehen gegen die Verantwortlichen dieser Manipulationen aus. "Ich halte es für absolut richtig, dass der europäische Gesetzgeber darüber nachdenkt, derartige Manipulationen strafrechtlich zu ahnden."

Quelle: n-tv.de

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