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Sieben Milliarden Euro: Griechenland behält wieder mehr Geld in der Staatskasse

ATHEN (dpa-AFX) - Griechenland hat bei der Sanierung seines Haushalts 2016 ein Ziel der internationalen Geldgeber übertroffen: Der Staat erzielte im vergangenen Jahr einen Überschuss von knapp sieben Milliarden Euro, wenn man die Kosten für laufende Kredite herausrechnet. Der Primärüberschuss erreiche damit 3,9 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP), teilte das griechische Statistikamt am Freitag in Athen mit. Es sei eine vorläufige Schätzung.

Griechenland hängt seit 2010 am Tropf internationaler Geldgeber. Der Primärüberschuss ist ein Streitpunkt zwischen dem Krisenland und seinen Geldgebern. Er blendet den - im Falle Athens immensen - Schuldendienst aus, um Fortschritte bei den laufenden Ausgaben und Einnahmen besser erkennen zu können. Im Gegenzug für Hilfskredite wurde ein Sparprogramm vereinbart, für 2016 muss Griechenland einen primären Überschuss von mindestens 0,5 Prozent des BIP vorweisen.

Die Europäer erwarten, dass das hoch verschuldete Land mittelfristig einen Primärüberschuss von 3,5 Prozent erwirtschaftet. Dann könnte Athen nach Einschätzung der europäischen Geldgeber die Zinsen für seine Schulden zahlen. Der griechische Schuldenberg liegt nach den Zahlen des griechischen Statistikamts bei etwa 314,9 Milliarden Euro. Das sind 179 Prozent der Bruttoinlandproduktes.

Die Dauerkrise ist auch ein Thema auf der Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds und Weltbank in Washington: Dort sollten sich am Freitagabend (MESZ) der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble treffen.

Quelle: n-tv.de

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