Kurznachrichten

Artenschutzkonferenz: Handel mit Eisbären bleibt weiterhin erlaubt

Die Teilnehmer der internationalen Artenschutzkonferenz haben am Donnerstag in Bangkok einen Antrag der USA abgelehnt, den Handel mit den vom Klima bedrohten Eisbären zu untersagen.

Bei der Abstimmung über ein mögliches Verbot votierten 42 Länder dagegen und 38 dafür, 46 enthielten sich. Die Entscheidung kann allerdings noch durch die Vollversammlung der knapp 180 Vertragsstaaten des Artenschutzabkommens CITES in der kommenden Woche überprüft werden.

Der Chef der US-Delegation, Dan Ashe, zeigte sich enttäuscht. «Dem Eisbären steht eine schwierige Zukunft bevor, und der heutige Tag hat weitere schlechte Nachrichten gebracht», sagte er. Die USA hatten angeführt, dass etwa die Hälfte der jährlich rund 800 getöteten Eisbären in den internationalen Handel gelange. Eisbärfelle sind insbesondere in Russland begehrt. Auch Schädel, Zähne und Klauen der Tiere werden immer wieder zum Kauf angeboten. Der Handel unterliegt strikten Kontrollen.

Gegner des US-Antrags, darunter die Tierschutzorganisationen WWF und Traffic, argumentierten, dass ein Handelsverbot an der eigentlichen Bedrohung für die Eisbären vorbeigehe. Das größte Problem sei der Verlust von Lebensraum für die Tiere infolge der Klimaerwärmung. In den nördlichen Polarregionen leben etwa 20.000 bis 25.000 Eisbären.

Unterdessen hoben die Teilnehmer der Artenschutzkonferenz das komplette Handelsverbot für mehrere Tierarten auf, die bereits ausgestorben sind. Alle sechs Arten lebten ursprünglich in Australien. Unter ihnen ist der als Tasmanischer Tiger bekannte Beutelwolf. Das letzte bekannte Exemplar des Beutelwolfes starb im Jahr 1936 in einem Zoo. Aus dem Handelsverbot gestrichen wurde auch eine Flughundart, die es möglicherweise nie gab. Nur ein einziges Exemplar wurde im 19. Jahrhundert dokumentiert.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen