Kurznachrichten

Überschuldeter Leuchtenhersteller: Hess meldet Insolvenz an

Der in Villingen-Schwenningen im Schwarzwald ansässige Leuchtenhersteller Hess ist insolvent. Wie das Unternehmen mitteilte, habe der Vorstand am Mittwoch nach umfassender Prüfung festgestellt, dass das Unternehmen überschuldet sei und eine positive Fortführungsprognose fehle.

Der Vorstand wollte daher noch am Mittwoch Insolvenzantrag beim Amtsgericht stellen, auch die Tochter Hess Lichttechnik GmbH sei zahlungsunfähig. Hess beschäftigt rund 360 Mitarbeiter.

Ursache für den Gang zum Insolvenzgericht sei unter anderem, dass der größte Aktionär - die Hess Grundstücksverwaltungs GmbH & Co. KG - ihre Zahlungspflichten gegenüber dem Konzern nicht erfüllt habe. Am größten Anteilseigner ist der Ende Januar fristlos entlassene Vorstandschef Christoph Hess mit knapp 28 Prozent beteiligt. Sein früherer Arbeitgeber wirft dem Enkel des Firmengründers Willi Hess vor, bei dem Ende Oktober an die Börse gegangenen Unternehmen die Bilanzen seit 2011 frisiert und die Ertragslage damit zu positiv dargestellt zu haben. Auch Finanzchef Peter Ziegler wurde fristlos vor die Tür gesetzt.

Wirtschaftsprüfer durchforsten nun die Bilanzen auf mögliche Fälschungen, die Staatsanwaltschaft Mannheim geht auch dem Verdacht des Kapitalanlagebetrugs durch falsche Angaben im Börsenprospekt nach. Der geschasste Firmenchef Hess hat die Anschuldigungen als nicht nachvollziehbar zurückgewiesen. Hess wies für 2011 einen Umsatz von knapp 70 Millionen Euro aus. Die Gründerfamilie hält seit dem Börsengang noch ein Drittel der Anteile. 

Quelle: n-tv.de

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