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Frontex-Kritik an Seenotrettung: Hilfsorganisationen zeigen sich schockiert über Aussagen

Die Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen, Sea Watch und die Initiative Sea-Eye haben die von Frontex-Direktor Fabrice Leggeri geäußerte Kritik an ihren Einsätzen im Mittelmeer vor Libyen scharf zurückgewiesen. Der Direktor der EU-Grenzschutzagentur, Leggeri, hatte der "Welt" gesagt, die Einsätze führten dazu, dass Schleuser noch mehr Migranten auf seeuntüchtige Boote zwängten.

Aurélie Ponthieu von Ärzte ohne Grenzen nannte am Dienstag die Kritik Leggeris "schockierend". Ponthieu fragte: "Will er uns vorschlagen, wir sollten uns weiter aus der Zone auf dem Mittelmeer zurückziehen, wo das Risiko zu ertrinken am größten ist, nur um Menschenschmuggel schwieriger zu machen? Sollen wir die Menschen einfach ertrinken lassen?"

Auch Sea Watch widersprach den Äußerungen des Frontex-Direktors. "Die Grenzschutzagentur ist selbst an einer Migrationspolitik beteiligt, die alleine in diesem Jahr schon über 485 Menschen das Leben gekostet hat", meinte Sea-Watch-Geschäftsführer Axel Grafmanns.

Es sei "eine Frechheit, angesichts dieser Realität humanitären NGOs einen Skandal zuzuschieben". Der Vorsitzende der privaten Initiative "Sea-Eye", Michael Buschheuer, wies zwar die Kritik zurück, bot Frontex aber zugleich an, sie bei der Aufdeckung von Schleuseraktivitäten zu unterstützen.

Quelle: n-tv.de

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