Erdogan wirft Vereinten Nationen Versagen vor: Kämpfe an der syrisch-türkischen Grenze dauern an
Die Gefechte an der syrisch-türkischen Grenze haben auch in der Nacht zum Freitag angehalten. Wie der türkische Fernsehsender NTV berichtete, schlossen die Behörden in der türkischen Grenzstadt Ceylanpinar wegen der Möglichkeit von Querschlägern am zweiten Tag in Folge die Schulen.
Am Donnerstag waren laut Medienberichten fünf Menschen auf der türkischen Seite der Grenze durch die Gefechte im syrischen Grenzort Ras al-Ain verletzt worden, der unmittelbar an Ceylanpinar angrenzt. Rund 8000 Syrer sind in der Nacht zum Freitag vor neuen Kämpfen nahe dem Grenzposten geflohen. Die Zahl der Flüchtlinge aus Syrien liege damit inzwischen bei mehr als 120.000, sagte ein Vertreter des türkischen Außenministeriums der Nachrichtenagentur AFP. Etwa 5000 der Neuankömmlinge seien in ein Flüchtlingslager gebracht worden, die anderen privat untergekommen.
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan verschärfte unterdessen seine Kritik an den Vereinten Nationen, denen er Versagen im Syrien-Konflikt vorwirft. Bei einer internationalen Konferenz auf Bali sagte Erdogan nach türkischen Zeitungsberichten, in Syrien seien bisher 50.000 Menschen ums Leben gekommen, 111.000 seien in die Türkei geflohen, und weitere 2,5 Millionen Syrer seien zu Flüchtlingen im eigenen Land geworden. «Wo ist die UNO?», fragte er.
Wegen der derzeitigen Struktur der Weltorganisation hingen alle Entscheidungen von den fünf ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrats ab, kritisierte Erdogan. Vision und Aufbau der UNO müssten erneuert werden.
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Quelle: n-tv.de

