Kurznachrichten

Energiewende Atomausstieg: Kohlenimporteure warnen vor drohenden Stromengpässen

Die deutschen Kohlenimporteure haben vor drohenden Stromengpässen durch den Atomausstieg gewarnt. Sollten nicht genug thermische Kohlekraftwerke am Netz bleiben, könnte der Energiebedarf möglicherweise nicht mehr gedeckt werden.

Der Branchenverband VDKi erklärte am Dienstag in Hamburg unter Berufung auf eine  Prognos-Studie, dass aufgrund des Atomausstiegs im Jahr 2020 bereits mindestens acht Gigawatt (GW) gesicherte Erzeugungskapazität für die Stromversorgung im Moment der Höchstlast fehlen würden. Bis zum Jahr 2025 erhöhe sich dieser Wert auf 19 GW oder 22 Prozent und bis 2030 auf 27 GW oder 32 Prozent der nötigen Höchstlast. Im Moment des Spitzenverbrauchs liegt der Strombedarf in Deutschland bei gut  80 GW.

Der VDKi warnt zudem, dass sich die bestehenden Kohlekraftwerke aufgrund der aktuellen Marktbedingungen wirtschaftlich kaum noch betreiben ließen und sie deswegen sogar noch vor Ablauf der Frist vom Netz genommen werden könnten. Dies würde die Situation verschärfen.

Die Energiewende könne aber nur gelingen, wenn die regelbaren Kraftwerke die stark fluktuierende Stromeinspeisung aus den erneuerbaren Energiequellen absichern würden. Deswegen würden Maßnahmen zur Verlängerung der Lebensdauer dieser Kraftwerke immer wichtiger.

Der Untersuchung zufolge wäre es volkswirtschaftlich am  günstigsten, wenn die drohende Kapazitätslücke durch die  bestehenden thermischen Kraftwerke geschlossen werde. Gegenüber dem  Neubau von Kraftwerken führe der Weiterbetrieb bestehender Anlagen  zu einem Vorteil von etwa 600 Millionen Euro im Jahr. Bis 2020  würden die Kosten der Stromerzeugung so um vier Milliarden Euro  niedriger ausfallen, bis 2050 um insgesamt 24 Milliarden Euro.

Quelle: n-tv.de

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