Kurznachrichten

Hess AG: Leuchtenhersteller droht die Insolvenz

Ohne frisches Kapital droht der Leuchtenhersteller Hess in die Insolvenz abzurutschen. Sprecher des Unternehmens sagte am Dienstag in Villingen-Schwenningen, die Banken seien nach Sperrung der Guthaben und Kreditlinien ohne eine Finanzspritze des größten Aktionärs nicht bereit, weiterhin Kapital zur Verfügung zu stellen.

Bisher sei der größte Anteilseigner Hess Gründstücksverwaltung, an der der entlassene Vorstandschef Christoph Hess knapp 28 Prozent hält, aber nicht zu ausreichenden Finanzbeiträgen bereit. "Vor diesem Hintergrund sind die Zahlungsfähigkeit und die Fortführungsprognose der Gesellschaft sowie entsprechende Rechtsfolgen sorgfältig zu prüfen", teilte das Unternehmen mit. An der Börse stürzten die Aktien um knapp ein Drittel ab.    

Bei dem Ende Oktober an die Börse gegangenen Unternehmen kam Ende Januar der Verdacht auf, dass die Bilanzen seit 2011 frisiert und die Ertragslage damit zu positiv dargestellt wurde. Vorstandschef Christoph Hess - Enkel von Firmengründer Willi Hess - und Finanzchef Peter Ziegler wurden fristlos vor die Tür gesetzt. Wirtschaftsprüfer durchforsten nun die Bilanzen, die Staatsanwaltschaft Mannheim geht nach Wohnungsdurchsuchungen neben dem Verdacht der Bilanzfälschung auch dem Verdacht des Kapitalanlagebetrugs durch falsche Angaben im Börsenprospekt nach. Der geschasste Firmenchef Hess hat die Anschuldigungen als nicht nachvollziehbar zurückgewiesen. Hess beschäftigt rund 360 Mitarbeiter und wies für 2011 einen Umsatz von knapp 70 Millionen Euro aus. Die Gründerfamilie hält seit dem Börsengang noch ein Drittel der Anteile.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen