Kurznachrichten

Portugal: Mehr Stellenstreichungen als nötig

Portugal hat mehr Stellen im öffentlichen Dienst gestrichen als seine Geldgeber EU und IWF verlangen. In den ersten neun Monaten dieses Jahres baute das hoch verschuldete Land mehr als einen von 20 Arbeitsplätzen ab, wie das Finanzministerium am Freitag in Lissabon mitteilte.

Die Zahl der Angestellten im Staatsdienst sank um genau 5,1 Prozent, während die Europäische Union (EU) und der Internationale Währungsfonds (IWF) nur einen Rückgang um zwei Prozent fordern - als eine Sparmaßnahme im Gegenzug für ein 78 Milliarden Euro schweres Rettungspaket. Die Regierung sparte demnach die meisten Stellen ein, indem befristete Lehrerverträge nach Ende des Schuljahres nicht verlängert wurden.

Portugal steckt in der tiefsten Rezession seit den 1970er Jahren und kämpft mit einer Rekord-Arbeitslosenrate von fast 16 Prozent. Einige Ökonomen fürchten, dass diese - nicht zuletzt durch den Job-Abbau im öffentlichen Dienst befeuerte - Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt den Sanierungskurs des Euro-Landes gefährden könnte. Die oppositionellen Sozialisten schlugen nun erneut Alarm: Sowohl die Regierung von Ministerpräsident Pedro Passos Coelho als auch die internationalen Geldgeber unterschätzten den Ernst der Lage, sagte Sozialisten-Chef Antonio Jose Seguro. Unter den Portugiesen herrsche aber längst Einigkeit darüber, dass im Kampf gegen die Schuldenkrise der Sparkurs gescheitert sei.

Quelle: n-tv.de

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