Tarifstreit in der Metallindustrie: Metaller fordern 5,5 Prozent mehr Geld
Die IG Metall geht mit der Forderung nach 5,5 Prozent höheren Löhnen in die Tarifrunde für die bundesweit 3,7 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie. Mit diesem Beschluss bestätigte der Gewerkschaftsvorstand am Freitag die Anträge der regionalen Tarifkommissionen. Der neue Tarifvertrag soll wegen der unsicheren Konjunktur nicht länger als zwölf Monate laufen.
"Diese Laufzeit können wir derzeit gut überschauen und die 5,5 Prozent mehr Geld werden der Konjunktur in diesem Zeitraum Auftrieb verschaffen", sagte Gewerkschaftschef Berthold Huber. Die Arbeitgeber warfen der Gewerkschaft Realitätsferne vor. "Leider hat die IG Metall die zwei Wochen Bedenkzeit nicht genutzt, um einen ehrlichen Blick auf die tatsächliche Lage der Branche zu werfen", sagte der neue Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger. Für 2013 rechneten die Unternehmen nur mit einem minimalen Wachstum. Daher müsse die Sicherung der Arbeitsplätze im Vordergrund stehen.
Bei ihrer Forderung orientiert sich die IG Metall an der Summe aus Inflationsrate und Produktivitätsplus, die sie auf 3,5 Prozent beziffert. Mit dem Aufschlag auf 5,5 Prozent soll der private Konsum angekurbelt werden. Die regionalen Verhandlungen beginnen am Dienstag in Bayern und im Tarifbezirk Mitte, zu dem die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen gehören. Die alten Tarifverträge laufen am 30. April aus, unmittelbar danach kann die Gewerkschaft zu Warnstreiks aufrufen.
Im vergangenen Jahr war die IG Metall mit einer Forderung nach 6,5-prozentigen Lohn- und Gehaltssteigerungen in die Verhandlungen gegangen und hatte 4,3 Prozent durchgesetzt - die kräftigste Erhöhung seit 20 Jahren.
Quelle: n-tv.de

