Kurznachrichten

Blutiger Konflikt in Kenia: Mindestens zehn Tote bei Racheangriff

Bei einem Racheangriff auf ein kenianisches Dorf im unruhigen Bezirk Tana River sind am Donnerstag mindestens zehn Menschen getötet worden. Die Hälfte der erschossenen oder erstochenen Opfer seien Kinder, teilte das Rote Kreuz mit.

Zwei Menschen seien zudem schwer verletzt worden, sie wiesen Schusswunden, Schnitte von Macheten und Verbrennungen auf. Der Angriff auf das von Angehörigen der Volksgruppe der Pokomo bewohnte Dorf Kibusu war ein Racheakt für einen Angriff vom Vortag auf das nahegelegene Dorf Nduru, in der Mitglieder der Volksgruppe der Orma leben. Dabei wurden am Mittwoch neun Menschen getötet.

Regionalpolizeichef Aggrey Adoli bestätigte den Angriff vom Donnerstag. Zugleich warf er örtlichen Politikern vor, nicht genug zu tun, um die Gewalt einzudämmen. «Die meisten Politiker haben zu der Gewalt geschwiegen, eine Mehrheit hat diese grausamen Taten weder verurteilt noch die Menschen zur Zurückhaltung aufgefordert», kritisierte Adoli.

Im Spätsommer 2012 war der Konflikt zwischen den Landwirtschaft betreibenden Orma und dem Hirtenvolk der Pokomo eskaliert. Mehr als hundert Menschen wurden bis Mitte September getötet. Trotz des Einsatzes von Sicherheitskräften hielt die Gewalt weiter an.

Die jüngste Gewalt ereignete sich zwei Monate vor den im März in Kenia anstehenden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen. Bei den Wahlen vor fünf Jahren gab es schwere Unruhen, bei denen mindestens 1100 Menschen getötet und mehr als 600.000 vertrieben wurden.

Quelle: n-tv.de

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