Kurznachrichten

Abzug aus Provinz Wardak: NATO und Kabul einigen sich auf Abkommen

Die NATO hat sich mit der afghanischen Regierung auf ein Abkommen zum Abzug der internationalen Truppen aus der Unruheprovinz Wardak geeinigt.

Nach «mehreren konstruktiven Gesprächen» mit Vertretern der afghanischen Führung sei es gelungen, sich auf einen Plan für den Abzug aus der Region zu verständigen, erklärte US-General Joseph Dunford, der die NATO-Truppen in Afghanistan kommandiert, am Mittwoch. Demnach sollen Armee und Polizei in Afghanistan «bald» die Kontrolle über Nerch, einen der acht Bezirke der Provinz, übernehmen.

Die Verantwortung für den «Rest der Provinz» werde zu einem späteren Zeitpunkt an die afghanischen Kräfte übergeben, hieß es in der Erklärung der NATO-Truppe ISAF weiter. Genaue Daten wurden nicht genannt. Ein Sprecher des afghanischen Verteidigungsministeriums sprach von einem Abzug aus Nerch «in den kommenden Tagen». Ein Vize-Sprecher des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai begrüßte das Abkommen, machte aber ebenfalls keine Angaben zu Details. Der NATO zufolge wurde mit Karsai sowie Vertretern der Ministerien für Verteidigung und Inneres über den Plan beraten.

Karsai hatte Ende Februar überraschend den Rückzug von US-Spezialeinheiten aus der Unruheprovinz Wardak innerhalb von zwei Wochen angeordnet. Er warf den US-Truppen und von ihnen gegründeten «illegalen bewaffneten Gruppierungen» vor, die dortige Bevölkerung zu schikanieren. Wardak liegt nahe der Hauptstadt Kabul und gilt als Hochburg der radikalislamischen Taliban. Die afghanischen Sicherheitskräfte haben dort große Schwierigkeiten, die Oberhand über die Aufständischen zu gewinnen.

Quelle: n-tv.de

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