Kurznachrichten

«Ungerecht, unmodern und unbezahlbar»: Nahles kritisiert CDU-Familiensplitting

Die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles sieht in den CDU-Plänen für ein Familiensplitting ein «teures Wahlgeschenk für reiche Familien». Das heiß diskutierte Steuermodell sei «ungerecht, unmodern und unbezahlbar», sagte Nahles der «Neuen Osnabrücker Zeitung» vom Donnerstag.

Mit dem Familiensplitting wolle die CDU die Reichen auf Kosten  der kleinen und mittleren Einkommen entlasten. «Geringverdiener haben gar nichts vom Familiensplitting.» Sie fügte hinzu, dass mit dem Modell zudem die Rollenverteilung zwischen einem männlichen Haupternährer und einer weiblichen Zuverdienerin zementiert werde.

Auf scharfen Widerstand stieß der Familiensplitting-Vorstoß auch in der CSU. Bei der Debatte handele es sich um ein «Ablenkungsmanöver», sagte Bayerns Familienministerin Christine Haderthauer (CSU) der «Passauer Neuen Presse» vom Donnerstag. Kernpunkt sei es, den im Grundgesetz garantierten besonderen Schutz der Ehe von Mann und Frau zu gewährleisten, unabhängig davon, ob sie Kinder haben oder nicht. Hinter der Forderung nach einem Familiensplitting verstecke sich in Wahrheit die Absicht, das Ehegattensplitting abzuschaffen, kritisierte Haderthauer.

Angesichts der Debatte um die steuerliche Behandlung von Homo-Paaren hatten sich zuletzt führende CDU-Politiker für die Einführung eines Familiensplittings ausgesprochen, das auch unverheiratete und gleichgeschlechtliche Paare mit Kindern steuerlich entlasten soll. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) wollen dazu einen gemeinsamen Vorschlag vorlegen. Die CDU hatte sich nach einer intensiven Debatte dagegen ausgesprochen, das Ehegattensplitting auch auf gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften auszuweiten.

Quelle: n-tv.de

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