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Veto-Mächte sind sich einig: Nordkorea fordert die Weltgemeinschaft heraus

Seit Wochen kündigen nordkoreanische Medien eine "wichtige Wende" in der Verteidigungspolitik des Landes an. Die sogenannte "uneingeschränkte Aktion von hoher Intensität" ist der jüngste unterirdische Atomwaffentest des Regimes - es ist bereits der dritte. Der Konfrontationskurs nimmt an Schärfe zu.

Nach Angaben der UN-Organisation des Vertrags über ein umfassendes Verbot von Nuklearversuchen  (CTBTO) dauerte der jüngste Atomtest Nordkoreas 51 Sekunden und hatte die Stärke 5 auf der Richterskala. Den Berechnungen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) zufolge entspricht das in etwa einer Ladungsstärke von 40.000 Tonnen TNT und liegt damit deutlich über den Werten der Atomtests von 2006 und 2009. Diese hatten der Stärke von 2000 und 13.000 Tonnen TNT entsprochen.

Die meisten Regierungen reagierten mit Bestürzung auf den Atomtest, darunter auch in seltener Einmütigkeit die fünf Veto-Mächte im UN-Sicherheitsrat - USA, Frankreich, Großbritannien, Russland und China. Der letzte verbliebene Verbündete von Gewicht, China, vermied zwar das Wort «Verurteilung», lehnte den Atomtest aber «entschlossen» ab. Der nordkoreanische Botschafter in Peking  wurde ins Außenministerium einbestellt. Die iranische Regierung, die selbst wegen ihres Atomprogramms  unter internationalem Druck steht, ging auf Distanz zu Pjöngjang. «Kein Land» sollte Atomwaffen besitzen, erklärte das Außenamt in Teheran. US-Präsident Barack Obama forderte eine «rasche» und «glaubwürdige» Reaktion der Staatengemeinschaft. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sprach sich für weitere Sanktionen aus.

In New York traten die 15 Mitglieder des UN-Sicherheitsrats zu einer Krisensitzung zusammen. In einer anschließenden Erklärung verurteilte das Gremium den Atomtest als «Bedrohung des  internationalen Friedens und der Sicherheit» und kündigte sofortige  Beratungen über weitere «Maßnahmen» an. Die Antwort werde «rasch, glaubhaft und stark» ausfallen, sagte die amerikanische UN-Botschafterin Susan Rice. «Wir beabsichtigen, die Sanktionen weiter auszuweiten.» Der UN-Sicherheitsrat hatte bereits im Januar neue Sanktionen gegen Pjöngjang verhängt, nachdem das Land im Dezember eine Langstreckenrakete getestet hatte.

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Quelle: n-tv.de

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