Kurznachrichten

Lage ist kompliziert: Obama sieht militärische Intervention in Syrien skeptisch

Barack Obama befindet sich außenpolitisch in der Zwickmühle. Zu einem möglichen US-Militäreinsatz in Syrien äußerte sich der US-Präsident skeptisch. Es gebe keine einfache Lösung zur Beendigung des blutigen Bürgerkriegs, und auch die Einrichtung einer Flugverbotszone dürfte das Problem nicht lösen, sagte Obama in einem Interview mit dem US-Fernsehsender PBS. "Die Tatsache ist, dass 90 Prozent der Toten nicht durch Luftangriffe der syrischen Luftwaffe verursacht wurden", ergänzte er. Die meisten Kämpfe ereigneten sich am Boden.

Das Weiße Haus hatte in der vergangenen Woche erklärt, dass es Beweise für den Einsatz von Chemiewaffen in "geringem Umfang" durch die syrischen Regierungstruppen habe. Obama hatte zuvor einen derartigen Einsatz als "rote Linie" für ein militärisches Eingreifen in dem Konflikt bezeichnet. Seitdem sieht sich Obama von Abgeordneten beider Parteien zu einer Militärintervention gedrängt. Obama gibt sich jedoch entschlossen, nicht in einen Bodenkrieg in der Region hineingezogen zu werden.

Zur Einrichtung eines "humanitären Korridors" zum Schutz der Zivilbevölkerung in von den Rebellen kontrollierten Gebieten Syriens sagte Obama, dies würde Luftangriffe erfordern, die ungewollte Konsequenzen haben könnten. Um Beschuss durch Flugzeuge oder mit Raketen zu verhindern, wären womöglich auch Angriffe auf Militärbasen in der Hauptstadt Damaskus nötig, wobei es zivile Opfer geben könne, warnte der Präsident. Er wies zudem darauf hin, dass versehentlich auch nicht verzeichnete Chemiewaffenlager getroffen werden könnten.

Obama betonte, die Annahme sei nicht realistisch, dass "wir ein paar Antihelikopter- oder Antipanzerwaffen weit entfernt davon sind", die Lage zugunsten der Rebellen zu kippen. Die von Kritikern vorgebrachte Idee, dass ein massiver Militäreinsatz zur Einrichtung einer Flugverbotszone und humanitärer Schutzgebiete eine "einfache Lösung" biete, sei angesichts der "Komplexität der Situation" falsch. Allerdings betonte Obama auch, dass die USA "wichtige Interessen" in der Region hätten und daher nicht tatenlos bleiben würden.

Quelle: n-tv.de

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