Kurznachrichten

Entführung in Mali: Paris prüft Bericht über getötete französische Geisel

Eigenen Angaben zufolge hat der nordafrikanische Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida, Aqmi, einen Franzosen hingerichtet, der vor über einem Jahr im Norden Malis entführt wurde.

Damit reagiere Aqmi auf den französischen Militäreinsatz gegen Islamisten in Mali, sagte ein mutmaßlicher Sprecher der Gruppe am Dienstagabend der privaten mauretanischen Nachrichtenagentur ANI. Paris bestätigte die Angaben am Mittwoch zunächst nicht.

Der «Spion» Philippe Verdon sei am 10. März hingerichtet worden, sagte ein Mann, der sich als Aqmi-Sprecher ausgab. Frankreichs Staatschef François Hollande trage die Verantwortung für «das Leben der anderen französischen Geiseln». Neben Verdon befanden sich zuletzt 14 Franzosen in Afrika in der Hand von Islamisten. Zuletzt war vor rund einem Monat eine siebenköpfige französische Familie im Norden Kameruns von mutmaßlichen Islamisten entführt und nach Nigeria verschleppt worden. Am Montag wurde eine Audio-Aufnahme des Familienvaters verbreitet.

Die Nachrichtenagentur ANI hat ein weitverzweigtes Netz von Korrespondenten und Informanten im Norden Malis. Die Angaben der Agentur gelten als verlässlich. Das französische Außenministerium in Paris erklärte am Mittwoch, die Angaben zum Tod Verdons zu prüfen.

Verdons Vater machte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP deutlich, dass er kaum Hoffnung auf ein Überleben seines Sohnes habe. «Ich mache mir keine Illusionen, aber ich warte die Bestätigung ab», sagte Jean-Pierre Verdon.

Philippe Verdon war im November 2011 zusammen mit einem weiteren Franzosen aus einem Hotel in der nordostmalischen Stadt Hombori verschleppt worden. Nach Angaben ihrer Verwandten waren sie geschäftlich in der Region unterwegs. Aqmi bekannte sich damals schnell zur Verschleppung der Franzosen und veröffentlichte Fotos von ihnen. Im August 2012 wurde ein Video mit Verdon verbreitet, in dem er von seinen «schwierigen Lebensbedingungen» spricht.

Quelle: n-tv.de

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