Kurznachrichten

Papst-Rücktritt: Philippinische Kirche erhebt Anspruch auf Nachfolge

Ein ranghoher Vertreter der philippinischen Katholiken hat nach der Rücktrittsankündigung von  Papst Benedikt XVI. Anspruch für sein Land auf die Nachfolge erhoben. «Wir Philippiner wollen einen Philippiner als Papst.»

Das sagte der Medienbeauftragte der Bischöfe des Landes, Francis Lucas, am Dienstag bei einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Manila. Er wünsche sich daher, dass «unser eigener Kardinal» Luis Antonio Tagle auf Benedikt XVI. folgen werde.

Tatsächlich wird der 55-jährige Tagle, Erzbischof von Manila und seit dem vergangenen Jahr im Kardinalsstand, von Beobachtern als Hoffnungsträger in der katholischen Weltkirche gesehen. Er gilt als dynamisch und charismatisch, bei den Gläubigen in seiner Heimat ist er zudem außerordentlich beliebt. Ob er Chancen hat, ist allerdings fraglich. Die Philippiner jedenfalls wünschten sich «Tagle als Papst», sagte Lucas. Tagle bringe viele Qualitäten für das Amt mit, sei «bescheiden, gütig, sehr fröhlich, mediengewandt und einfach».

Der 85-jährige Benedikt XVI. hatte am Montag nach knapp acht Jahren im Amt überraschend seinen Rücktritt zum Monatsende angekündigt und dies mit seinem hohen Alter begründet. Die Nachricht wurde weltweit mit Respekt aufgenommen. Über einen Nachfolger soll voraussichtlich im März das Konklave aus 118 Kardinälen aus aller Welt bestimmen. Die Philippinen sind eines der wichtigsten katholischen Länder Asiens. Von ihren etwa 100 Millionen Einwohnern sind rund 80 Prozent katholisch.

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Quelle: n-tv.de

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