Kurznachrichten

Grüne Vergangenheit: Politologe Walter verteidigt Zeitpunkt der Veröffentlichung

Der Göttinger Politologe Franz Walter hat die Veröffentlichung der Vorwürfe gegen Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin in der Pädophilie-Debatte kurz vor der Bundestagswahl verteidigt. «Da steckt keinerlei Kalkül dahinter», sagte er am Montag in Hannover.

Er denke bei seiner Forschung nicht darüber nach, welchem Politiker oder welcher Partei etwas schaden oder nutzen könne. «Ich würde allen Parteien in der Frage raten, den Mund nicht zu weit aufzumachen», betonte er weiter. Die Pädophilie-Debatte sei kein spezifisches Problem der Grünen.

Darüber hinaus, so Walter, gebe es mit den Grünen einen Vertrag, der jedwede Veröffentlichung von substanziellen Neuigkeiten gestatte. Die Partei werde zwar zwölf Stunden vorher informiert, habe aber keine Einflussmöglichkeit. «So ist es auch in diesem Fall gewesen, als wir es am vergangenen Donnerstag herausgefunden haben», sagte Walter. Forderungen von politischen Gegnern, Trittin solle von seiner Spitzenkandidatur zurücktreten, halte er «für unsinnig». «Letztlich könnten die Wähler am Sonntag entscheiden, wie sie damit umgehen.»

Die Politologen Walter und Stephan Klecha schrieben am Montag in einem Beitrag für die Tageszeitung «taz», dass Trittin 1981 als Stadtratskandidat in Göttingen das Programm der dortigen Alternativen-Grünen-Initiativen-Liste (AGIL) presserechtlich verantwortet habe. Dieses habe dafür geworben, gewaltfreie sexuelle Handlungen zwischen Kindern und Erwachsenen straffrei zu lassen. Die Grünen hatten Walter im Mai gebeten, dem Einfluss von Pädophilie-Befürwortern in der Partei auf den Grund gehen. Trittin bestätigte der «taz» den jüngsten Sachverhalt.

Quelle: n-tv.de

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