Kurznachrichten

Prozess um Oury Jalloh: Polizist wegen fahrlässiger Tötung verurteilt

Im Prozess um den Feuertod des Asylbewerbers Oury Jalloh ist der angeklagte Polizist zu einer Geldstrafe von 10.800 Euro verurteilt worden.

Das Landgericht Magdeburg sprach den Angeklagten am Donnerstag der fahrlässigen Tötung schuldig. Mit dem Urteil ging das Gericht über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus, die auf eine Geldstrafe von 6300 Euro für den angeklagten Polizisten Andreas S. plädiert hatte. Laut Anklage soll der ehemalige Dienstgruppenleiter des Polizeireviers nicht schnell genug auf den Feueralarm reagiert haben. Die Nebenklage, die die Familie Jallohs vertritt, hatte eine Verurteilung wegen Körperverletzung mit Todesfolge und Freiheitsberaubung gefordert. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

In einem ersten Verfahren 2008 waren der Polizist freigesprochen worden. 2010 wurde das Urteil auf Antrag der Staatsanwaltschaft und Nebenklägerschaft durch den Bundesgerichtshof aufgehoben. Im Januar 2011 nahm man das Revisionsverfahren wieder auf, in dessen Verlauf der zweite Angeklagte freigesprochen wurde.

Der aus dem westafrikanischen Sierra Leone stammende Jalloh hatte bis zu seinem Tod erst als Asylbewerber und dann als Geduldeter vier Jahre lang in Deutschland gelebt. Am 7. Januar 2005 war er bei einem Brand in einer Dessauer Polizeizelle gestorben. Er soll dort eigenhändig mit einem Feuerzeug eine Matratze entzündet haben, obwohl er an Händen und Füßen gefesselt war.

Ausführlich
Jalloh wurde fahrlässig getötet

Quelle: n-tv.de

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