Kurznachrichten

Italienischer Ex-Militärgeheimdienstchef: Pollari zu zehn Jahren Haft verurteilt

Der frühere Chef des italienischen Militärgeheimdienstes SISMI, Nicolo Pollari, ist im Prozess um die die Entführung eines ägyptischen Imams zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt worden. In demselben Verfahren erhielt auch Pollaris früherer Stellvertreter Marco Mancini am Dienstag eine neunjährige Gefängnisstrafe.

Drei weitere SISMI-Mitglieder wurden zu Haftstrafen von jeweils sechs Jahren verurteilt. In dem Fall wurden bereits 23 Agenten des US-Geheimdienstes CIA verurteilt. Der ägyptische Imam Osama Mustafa Hassan, bekannt als Abu Omar, war am 17. Februar 2003 in einer zwischen dem SISMI und der CIA abgestimmten Aktion entführt und in sein Herkunftsland verschleppt worden. Dabei soll auch ein Zwischenstopp auf dem US-Stützpunkt Ramstein in Deutschland eingelegt worden sein. Abu Omars Anwälte beteuerten, ihr Mandant sei dann in Ägypten in einem Hochsicherheitsgefängnis gefoltert worden.

Die Urteile vom Dienstag fielen in einem Berufungsprozess, der durch eine Entscheidung des italienischen Kassationsgerichtshofs möglich wurde. Dieses hatte 2012 das für den Fall geltende Staatsgeheimnis aufgehoben. Wegen der Auflage waren Pollari und Mancini in erster Instanz und einem Berufungsverfahren freigesprochen worden, obwohl die Staatsanwaltschaft jeweils zwölf  und zehn Jahre Haft gefordert hatte. Das erste Verfahren hatte großes Aufsehen erregt, weil es der erste Prozess zu geheimen Verschleppungen von Terrorverdächtigen in Folterstaaten durch die CIA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 war.

Quelle: n-tv.de

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