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TourismusUnter Tage: Bergwerke im Harz

17.08.2012, 09:54 Uhr
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Goslar/St. Andreasberg (dpa/tmn) - Wo früher die Kumpel lebensgefährliche Knochenarbeit leisteten, sind heute Touristen unterwegs. Im Harz gibt es zahlreiche Bergwerke, die ihre Pforten für Besucher öffnen und einen spannenden Blick unter Tage gewähren.

Goslar/St. Andreasberg (dpa/tmn) - Wo früher die Kumpel lebensgefährliche Knochenarbeit leisteten, sind heute Touristen unterwegs. Im Harz gibt es zahlreiche Bergwerke, die ihre Pforten für Besucher öffnen und einen spannenden Blick unter Tage gewähren.

Tief unter Tage mit Kähnen über eine künstliche Wasserstraße schippern oder mit einer Grubenbahn durch einen 800 Jahre alten Stollen zuckeln - im Harz lassen sich überall kleine Abenteuer erleben, die für die Menschen dort bis noch vor einem Jahrhundert den harten Arbeitsalltag bestimmten. Wo Touristen heute gut belüftete und beleuchtete Bergwerke besuchen, leisteten die Bergleute einst lebensgefährliche Knochenarbeit.

Die meisten der Förderstätten im Harz sind technische Denkmäler. So kommen nicht nur Touristen, sondern auch Montanfachleute und Studenten aus aller Welt, um sich mit den alten Fördertechniken vertraut zu machen.

Als ein «Meisterwerk früher Bergbau- und Ingenieurskunst» bezeichnete die Unesco 2010 das sogenannte Harzer Wasserregal, ein zwischen 1536 und 1866 geschaffenes kilometerlanges System zur Umleitung und Speicherung von Wasser im Oberharz. «Diese Teiche und Gräben sind der größte Energieerzeuger der vorindustriellen Zeit», schwärmt Michael Tenninghaus, Bergbauingenieur aus dem Ruhrgebiet.

«Das den Bergwerken zugeleitete Wasser betrieb über mächtige Räder die Fördereinrichtungen», beschreibt der Ingenieur die Funktionsweise. Die Anlagen stehen unter Denkmalschutz, werden aber funktionstüchtig gehalten. Ein Kanal führt auch nach St. Andreasberg zur ehemaligen Silbererzgrube Samson, die von 1521 bis 1910 in Betrieb war. Das Schaubergwerk, seit 2010 Unesco-Kulturerbe, lässt bei Führungen die alte Technik aufleben.

Im früheren Betriebsgebäude der Grube, dem Gaipel, erwartet Besucher ein wohl einmaliges Museum. Dutzende Kanarienvögel stimmen, wenn in Laune, ihre Lieder an. Das Harzer-Roller-Museum erinnert daran, dass hier im 17. und 18. Jahrhundert die Tiere zu Zehntausenden gezüchtet und exportiert wurden. Sie begleiteten die Bergleute in die Tiefen der Schächte.

«Kanarienvögel reagieren 16 Mal empfindlicher auf Kohlenmonoxid als Menschen. Sie werden unruhig und fangen an zu schmatzen», schildert Klähn das Verhalten dieser gefiederten Alarmanlagen. Ihr wohlklingender Gesang machte sie schließlich zu beliebten Haustieren.

Als besondere Attraktion im Harzer Bergbau gilt die Grube Rammelsberg bei Goslar. Sie ist seit 1992 Unesco-Weltkulturerbe. Weit mehr als 1000 Jahre wurden hier bis 1988 Erze abgebaut, darunter auch Silber.

Quelle: ntv.de, dpa

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