Kurznachrichten

Plagiatsaffäre: SPD und Grüne setzen Schavan unter Druck

Die Opposition aus SPD und Grünen hat kurz vor den erneuten Beratungen der Universität Düsseldorf über die Plagiatsvorwürfe gegen Bundesbildunsgministerin Annette Schavan (CDU) den Druck auf die Politikerin erhöht.

Wie der bildungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Ernst Dieter Rossmann, der Berliner Tageszeitung «Welt» vom Dienstag sagte, sei klar, dass bei einer möglichen Aberkennung des Doktortitels «Frau Schavan nicht Bundesministerin  bleiben kann». Das Ganze sei für die Ministerin in jedem Fall «hochpeinlich».

"Für den Fall, dass die Universität Frau Schavan den Doktorgrad entzieht, kann sie nicht Ministerin für Bildung und Forschung bleiben», sagte auch die wissenschaftspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Krista Sager, der Zeitung. Der Rat der Philosophischen Fakultät berät am Nachmittag in Düsseldorf über den Fortgang des Verfahrens gegen die CDU-Politikerin. Schavan soll in ihrer Doktorarbeit aus dem Jahr 1980 falsch zitiert und Quellen nicht genannt haben. Sie bestreitet die Plagiatsvorwürfe.

Rückendeckung erhielt die Ministerin erneut aus der Koalition. «Ich habe stets betont, dass ich Annette Schavan uneingeschränkt vertraue, daran hat sich nichts geändert», sagte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe der «Welt».

Schavan müsse endlich die Chance haben, in vollem Umfang zu allen Vorwürfen Stellung zu beziehen, sagte der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Patrick Meinhardt, dem Blatt. «Die letzten neun Monate waren von Mutmaßungen und mangelnder Fairness, von frühzeitigen Veröffentlichungen und einem Verfahren geprägt, das mehr Fragen aufgeworfen, als Antworten gegeben hat», sagte er mit Blick auf das langwierige Verfahren an der Universität Düsseldorf.

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Quelle: n-tv.de

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