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Montag, 19. Juni 2017

"Real weniger auf Gehaltszettel": Sozialverband beklagt Lohngefälle in Deutschland

BERLIN (dpa-AFX) - Der Sozialverband VdK Deutschland hat zunehmendes Lohngefälle in Deutschland beklagt. "Ein Fünftel der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeiten im Niedriglohnbereich", sagte Vizepräsident Roland Sing.

An diesem Montag will Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles Schritte gegen das Lohngefälle in Deutschland beraten. Dazu trifft sich Nahles mit Spitzenvertretern von Arbeitgebern und Gewerkschaften sowie Sozialverbänden in Berlin.

VdK-Vizepräsident Sing sagte: "Es ist begrüßenswert, dass sich die Bundesarbeitsministerin das Ziel gesetzt hat, mit einem Pakt für anständige Löhne der wachsenden Einkommensungleichheit entgegenzuwirken." Dieser sei längst überfällig. 40 Prozent der Beschäftigen hätten seit Mitte der 1990er Jahre real weniger auf dem Gehaltszettel. "Nur die oberen Einkommensgruppen können Einkommenszuwächse verzeichnen."

Die Lohnungleichheit sei ungerecht. Einkommensarmut sei Ursache für Altersarmut. "Deshalb brauchen wir eine neu ausgerichtete Arbeitsmarktpolitik", forderte Sing. Minijobs, Leih- und Zeitarbeit, befristete Jobs und der Niedriglohnsektor müssten eingeschränkt werden.

Laut OECD sank der Anteil der Jobs für Menschen mit mittlerer Qualifikation und mit mittlerem Lohn innerhalb von 20 Jahren um rund 8,2 Prozent. Der Anteil der hoch qualifizierten Jobs stieg bis 2015 um 4,7 Prozent, der der niedrigqualifizierten um 3,4 Prozent.

Am Nachmittag will Nahles bei einer Veranstaltung der SPD-Bundestagsfraktion auf Herausforderungen für die Arbeitswelt durch zunehmende Digitalisierung eingehen.

Quelle: n-tv.de

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