Kurznachrichten

Ermordung des Journalisten Gongadse: Ukrainischer Ex-Polizeigeneral Pukatsch erhält lebenslänglich

Der frühere Polizeigeneral Olexi Pukatsch ist am Dienstag in der ukrainischen Hauptstadt Kiew wegen Ermordung des oppositionellen Journalisten Georgi Gongadse zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt worden.

Der vorsitzende Richter erklärte in der Urteilsbegründung, das Tribunal habe es als notwendig erachtet,  «Pukatsch lebenslang hinter Gitter zu bringen». Die Anwälte des Verurteilten kündigten Berufung an. Pukatsch wohnte der Verlesung des Urteils in einem Eisenkäfig umgeben von vier vermummten Polizisten bei.

Mit dem Richterspruch endete in der Ukraine die aufsehenerregendste Kriminalaffäre der postsowjetischen Ära, in die auch Ex-Präsident Leonid Kutschma verwickelt war. Pukatsch, der zur Tatzeit im Jahr 2000 die Kriminalabteilung des Innenministeriums leitete, hatte nach seiner Festnahme 2009 zugegeben, den Gründer der oppositionellen Online-Zeitung «Ukrainska Prawda» erdrosselt zu haben. Dies sei aber unbeabsichtigt bei einem Einschüchterungsversuch geschehen.

Der 31-jährige Gongadse war am 16. September 2000 entführt worden. Seine enthauptete Leiche war wenig später in einem Wald südlich von Kiew entdeckt worden. Später sorgten heimlich aufgenommene Tonbandmitschnitte aus dem Büro des damaligen Staatsoberhauptes Kutschma für Empörung.

Auf dem Tonband ist eine dem Präsidenten zugeschriebene Stimme zu hören, die vorschlägt, Gongadse «von Tschetschenen entführen» zu lassen. Kutschma wurde schließlich 2001 wegen «Amtsmissbrauchs» angeklagt; nach acht Monaten wurde das Verfahren aber eingestellt, weil die Beweismittel illegal beschafft worden seien, urteilte damals das Gericht.

Quelle: n-tv.de

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