Kurznachrichten
Mittwoch, 28. November 2012

Klimakonferenz 2013: Verhandlungen finden in Warschau statt

Trotz massiver Proteste von Umweltschützern wurde nun Warschau als Austragungsort der Klimakonferenz 2013 auserkoren. Das wurde am Mittwoch bei den laufenden Klimaverhandlungen in Doha verkündet.

Polen ist in der Klimapolitik bisher vor allem durch seine Blockadehaltung in der EU aufgefallen. Mehr als 90 Prozent der in Polen verbrauchten Energie wird durch Kohlekraftwerke bereitgestellt. Auch der aktuelle Gastgeber, das Emirat Katar, fällt durch seine Klimapolitik auf: es ist weltweiter Spitzenreiter beim Pro-Kopf-Ausstoß des klimaschädlichen CO2.

«Polen hat im Alleingang die EU von einem ehrgeizigeren Ziel bei der Minderung von CO2-Emissionen abgehalten», sagte Anja Kollmuss von der Klimaschutzorganisation Carbon Market Watch. Daher verharre die EU am Minimalkonsens: Statt 30 Prozent will die Union bis 2020 nur 20 Prozent weniger CO2 in die Luft pusten. Als Vergleichsjahr gilt 1990. «Polen muss sich dem Rest der EU anschließen», fordert Kollmuss.

«Zu einer Zeit, wo dringend Handlungsbedarf besteht, sollte das Gastgeberland sich im Klimaschutz engagieren und imstande sein, Kompromisse auszuhandeln und Vereinbarungen zu besiegeln», sagte Jiri Jerabek von Greenpeace. «Polen hat in beidem eine schlechte Bilanz.»

Deutsche Umweltschützer riefen Bundeskanzlerin Merkel dazu auf, Polen und anderen osteuropäischen Ländern Kompromissangebote zu unterbreiten. «Wenn Deutschland und Bundeskanzlerin Merkel wirklich bereit wären, auch die deutsche Industrie mehr zu fordern, wäre eine politische Lösung mit den osteuropäischen Nachbarn möglich», sagte Martin Kaiser von Greenpeace.»

Quelle: n-tv.de

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