Kurznachrichten

Todesstrafe: Weitere Hinrichtungen in Afghanistan

In Afghanistan sind einen Tag nach der Vollstreckung von acht Todesurteilen sechs weitere Menschen hingerichtet worden, bei denen es sich um «Kriminelle und  Terroristen» gehandelt habe, wie ein Behördenvertreter am Mittwoch mitteilte.

Die EU forderte das Land zu einem sofortigen Stopp der Hinrichtungen auf und bezeichnete das Vorgehen als «grausam und unmenschlich», zudem stehe den Betroffenen ein fairer Prozess zu. Auch die radikalislamischen Taliban meldeten sich zu Wort und drohten mit Vergeltung, sollten sich unter den Hingerichteten Anhänger ihrer Gruppe befinden.

So kündeten sie «schwere Repressalien» gegen Abgeordnete, Gerichte und Regierungsvertreter an. Sie hätten Hinweise, wonach auch Taliban auf einer am Dienstag von Staatschef Hamid Karsai genehmigten Todesliste stünden. Diese seien «keine Kriminellen, sondern Kriegsgefangene».

Behördenangaben zufolge waren die am Dienstag gehängten Insassen wegen Mordes, Entführung oder Vergewaltigung verurteilt worden. Karsai ordnete die Exekution von insgesamt 16 Gefangenen an. Nach Angaben der Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch sind  im Jahr 2011 zwei Menschen in Afghanistan hingerichtet  worden. In den vergangenen zehn Jahren verzeichnete sie nach eigenen Angaben 25 Exekutionen. Wie die Gruppe Amnesty International mitteilte, sitzen in Afghanistan derzeit etwa 200 Verurteilte im Todestrakt.

Quelle: n-tv.de

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