Wirtschaft
Die Piloten-Gewerkschaft ruft innerhalb von zwei Wochen zum dritten Mal die Piloten der Lufthansa zum Streik auf.
Die Piloten-Gewerkschaft ruft innerhalb von zwei Wochen zum dritten Mal die Piloten der Lufthansa zum Streik auf.(Foto: picture alliance / dpa)

Streik in München: 110 Lufthansa-Flüge fallen aus

Von dem für Mittwoch angekündigten Streik der Lufthansa-Piloten werden mehr als zehntausend Passagiere betroffen sein. Streikschwerpunkt ist diesmal München. Die Fluglinie bemüht sich nun um Schadensbegrenzung.

Der Streik der Lufthansa-Piloten in München führt am Mittwoch zum Ausfall von 110 Flügen. Die Fluggesellschaft veröffentlichte auf ihrer Webseite einen Sonderflugplan für das Drehkreuz München. Die Langstreckenflüge aus München will die Lufthansa zwar durchführen, dennoch sind rund 13.500 gebuchte Passagiere von dem Ausfall anderer Verbindungen betroffen.

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte angekündigt, am Mittwoch von 10 Uhr bis 18 Uhr am südlichen Drehkreuz der Lufthansa zu streiken. Damit rief die Gewerkschaft innerhalb von zwei Wochen zum dritten Mal die Piloten der Lufthansa zu einer Arbeitsniederlegung auf.

Auf der Langstrecke erwartet Lufthansa wegen des Streiks bei den Nachmittagsabflügen Verspätungen. Auf innerdeutschen und Europastrecken sind Umbuchungen möglich. Dabei werden insbesondere alternative Verbindungen über die Lufthansa-Drehkreuze Frankfurt, Zürich, Wien und Brüssel, die vom Streik nicht betroffen sein werden, genutzt. In Summe sollen so voraussichtlich mehr als 2000 Fluggäste ihr Ziel über ein anderes Drehkreuz der Lufthansa-Gruppe erreichen.

Millionen-Einbußen beim Gewinn der Airline

Die Piloten wollen mit dem Streik einen neuen Tarifvertrag zur Übergangsversorgung erreichen. Die Übergangsversorgung ermöglichte den Piloten bislang, ab 55 Jahren aus dem Berufsleben auszuscheiden, etwa weil sie sich den Anforderungen mit Nachtflügen oder dem Dienst in unterschiedlichen Zeitzonen körperlich nicht mehr gewachsen fühlen. "Da das Lufthansa-Management bisher kein kompromissfähiges Angebot vorgelegt hat, sehen wir uns zu diesen weiteren Maßnahmen gezwungen", begründete die Pilotengewerkschaft den Streik. Cockpit sei aber "jederzeit einigungsbereit", um Streiks abzuwenden.

An der Börse kam die Streik-Ankündigung nicht gut an: Die Lufthansa-Aktie schloss 1,5 Prozent tiefer. Nach Schätzung von Luftfahrtanalyst Dirk Schlamp von der DZ Bank dürften der Lufthansa aufgrund der Arbeitsniederlegung zwei bis vier Millionen Euro operativer Gewinn verloren gehen. Dabei handle es sich um die direkten Belastungen. Zudem könnten Fluggäste aus Angst vor neuen Streiks verstärkt andere Airlines buchen. "Dieser Streik der Piloten wird unseren Fluggästen erhebliche Unannehmlichkeiten bereiten, gerade in der letzten Ferienwoche in Bayern mit traditionell hohem Rückreiseaufkommen", sagte Lufthansa-Manager Thomas Klühr.

Altersgrenze soll erhöht werden

Die Lufthansa will die Altersgrenze erhöhen und die Piloten an der Finanzierung beteiligen. Die Gewerkschaft lehnt dies strikt ab und wirft der Lufthansa vor, die Profite auf Kosten der Mitarbeiter steigern zu wollen. Zudem hält die Gewerkschaft dem Lufthansa-Management vor, bisher kein kompromissfähiges Angebot vorgelegt zu haben.

Am 5. September musste die Lufthansa wegen eines Pilotenstreiks mehr als 200 Flüge am Frankfurter Flughafen streichen. An jenem Wochenende waren die Sommerferien in Hessen und Rheinland-Pfalz zu Ende gegangen. Eine Woche zuvor waren bei der Billigtochter Germanwings bereits mehr als zwei Drittel der geplanten Flüge ausgefallen.

Quelle: n-tv.de

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