Wirtschaft

Liveticker zu Griechenland: +++ 23:13 Nowotny: Über Brückenfinanzierung lässt sich sprechen +++

Sollte Griechenland pleitegehen, wäre die Europäische Zentralbank nach den Worten ihres Ratsmitglied Ewald Nowotny nicht in der Lage, mehr Liquidität zur Verfügung zu stellen. Über eine Brückenfinanzierung ohne neues Hilfsprogramm lasse sich aber sprechen.

+++ 22:32 Tsipras und Draghi sprechen über Kapitalkontrollen +++
Griechenlands Premier Tsipras hat einem Regierungsvertreter zufolge mit EZB-Chef Mario Draghi in einem Telefonat über die Liquidität der griechischen Banken besprochen. Tsipras habe gesagt, die Kapitalkontrollen müssten umgehend aufgehoben werden.

IWF-Chefin Christine Lagarde bietet Griechenland "technische Unterstützung" an.
IWF-Chefin Christine Lagarde bietet Griechenland "technische Unterstützung" an.(Foto: REUTERS)

+++ 22:17 Tsipras und Lagarde telefonieren +++
IWF-Chefin Christine Lagarde telefoniert mit ihrem Schuldner Alexis Tsipras. Nach Angaben eines IWF-Sprechers ging es in dem Gespräch um "den Ausgang des Referendums und die jüngsten Entwicklungen in Griechenland". Dabei habe Lagarde erläutert, dass der Währungsfonds wegen des griechischen Rückstands bei der Schuldentilgung derzeit keine neuen Finanzhilfen geben könne. Die IWF-Chefin habe aber "technische Unterstützung" angeboten, wenn dies von Athen gewünscht sei. In der vergangenen Woche war Griechenland als erster Industriestaat beim IWF in Zahlungsverzug geraten.

+++ 21:55 Eurogruppenchef fordert Vorschläge von Athen +++
Eurogruppen-Chef Dijsselbloem hat Griechenland dringend aufgefordert, konstruktive Vorschläge zur Lösung der Finanzkrise vorzulegen. Ohne ein klares Reformpaket sei ein Verbleib Griechenlands in der Eurozone "sehr fraglich", betonte der niederländische Finanzminister im Parlament. "Eine Währungsunion erfordert gegenseitige Verpflichtungen. Wenn man die nicht will, dann hört es auf."

+++ 21:29 Bosbach kann sich Costa Cordalis als Finanzminister vorstellen +++
"Ob der Finanzminister Varoufakis oder Costa Cordalis heißt, ist nicht der entscheidende Punkt. Vielleicht wird jetzt zumindest die Rhetorik etwas friedvoller." Das sagte der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach laut einer Vorabmeldung des Fernsehsenders Phoenix in der Sendung "Unter den Linden".

+++ 21:17 Wirtschaftsweiser: Radikale Folgen für Währungsunion +++
Der Wirtschaftswissenschaftler und Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung, Peter Bofinger, warnt, "der Charakter der Währungsunion würde sich radikal verändern", wenn Griechenland ausschiede. Der Mainpost sagte Bofinger, in diesem Fall gelte die Prämisse, dass alles für die Rettung eines angeschlagenen Mitgliedstaates getan würde nicht mehr. Das hieße, bei Problemen in einem anderen Land sei mit Spekulationen auch über dessen Ausscheiden zu rechnen, die Menschen würden ihre Konten räumen, die Zinsen in die Höhe schießen und eine Rettung würde extrem schwierig.

+++ 21:02 Niederländischer Premier: Athen muss noch heute entscheiden +++
Griechenland muss nach den Worten des niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte noch heute Nacht entscheiden, ob es in der Euro-Zone bleiben wolle. Das Land müsse große Reformen akzeptieren, wenn es ein neues Hilfspaket wolle. "Haben die Griechen wirklich gedacht, wir würden ankommen und fragen: ,Wie hättet Ihr's denn gern?'"

Sparmaßnahme: der neue und der alte Finanzminister auf einem Motorrad (Archivbild)
Sparmaßnahme: der neue und der alte Finanzminister auf einem Motorrad (Archivbild)(Foto: AP)

+++ 20:40 Varoufakis: Noch nichts erreicht +++ Erst gab er sich triumphierend nach dem Referendum, dann trat er zurück. Nun äußert er sich noch einmal. "Bisher haben wir noch nichts erreicht", sagte er laut BBC. "Wir sind in einem Prozess. Es ist doch immer ein Prozess, oder?" 

+++ 20:22 Washington fordert von Europäern Kompromiss +++
Die USA fordern Griechenland und seine europäischen Gläubiger auf, einen Kompromiss zu suchen, um den Verbleib des Landes in der Euro-Zone zu ermöglichen. Es liege auch im Interesse der USA, dass die Griechenland-Krise beigelegt werde, erklärt das Weiße Haus.

+++ 20:13 n-tv-Faktencheck: "Wir haben den Worst Case" +++

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+++ 19:59 EZB belässt Notkredite für Banken unverändert +++
Die EZB gibt weiter grünes Licht für Notkredite an die griechischen Banken, belässt die Obergrenze dafür aber auf dem aktuellen Niveau. Sie verändert aber die Bewertung für die Sicherheiten, die die Banken vorlegen müssen. Lesen Sie mehr dazu.

+++ 19:53 Neuer Finanzminister "nervös und besorgt" +++

(Foto: AP)

Und schon hat er sein Amt angetreten. Der Nachfolger von Varoufakis als griechischer Finanzminister hat seinen Amtseid abgelegt - ohne Krawatte. Er sagte, verberge nicht, dass er nervös und besorgt sei angesichts der Aufgabe, die vor ihm liegt. Über seinen Vorgänger sagte er, dass es Varoufakis zu verdanken sei, dass die ganze Welt nun über die Notwendigkeit einer nachhaltigen Lösung für Griechenland rede.

+++ 19:35 Merkel und Hollande: Athen muss glaubwürdige Vorschläge auf den Tisch legen +++
Merkel und Hollande treten in diesem Moment nach ihrer Unterredung vor die Presse. Ihre Botschaft: "Die Tür ist weiter offen". Aber, so Merkel, die Voraussetzung für ein neues Hilfsprogramm mit dem ESM sei derzeit nicht gegeben. Es sei jetzt an Athen, darzulegen wie es weitergehen soll. Hollande sagte, er erwartet ein "glaubwürdiges Angebot". Die Zeit dränge.

+++ 19:13 Gruß aus Kuba an "Genosse Alexis Tsipras"+++

Auch Kubas kommunistischer Staatspräsident Raúl Castro hat Griechenlands Premier Tsipras, den "Genossen Alexis Tsipras" begelückwünscht. "Dieses Ergebnis zeigt die mehrheitliche Unterstützung des griechischen Volkes für die mutige Politik der Regierung, der Sie vorstehen", heißt des in der Botschaft, die in den offiziellen Zeitungen veröffentlicht wurde - auch in der deutschen Ausgabe von "Granma" im Internet.

 

+++ 19:04 Putin und Lagarde telefonieren zu Griechenland +++ Russlands Präsident Wladimir Putin und IWF-Chefin Christine Lagarde haben sich laut der Nachrichtenagentur Interfax in einem Telefonat über die Griechenland-Krise ausgetauscht. Über russische Finanzhilfen sei es dabei nicht gegangen. Beide seien sich einig gewesen, weiter nach einer optimalen Lösung für die Schuldenkrise zu suchen.

 

 

+++ 18:47 So will die deutsche Presse die Krise lösen +++
So kommentieren die deutschen Zeitungen die Lage nach dem Referendum:

"Kölner Stadt-Anzeiger"

Der Rücktritt des griechischen Finanzministers Gianis Varoufakis ist ein erstes Zeichen der Syriza-Regierung, dass sie den Konflikt mit den europäischen Institutionen nicht auf die Spitze treiben will. Im Überschwang ihres Erfolgs bei dem Referendum nicht aufzutrumpfen, sondern ihren schärfsten Propagandisten zurückzuziehen, zeugt von Klugheit und Realismus.

"Süddeutsche Zeitung"

Die EU muss die Kraft aufbringen, Griechenland jenseits des Währungskonfliktes zu helfen. Dazu gehören die Garantie auf Mitgliedschaft in der EU und der Anspruch auf Strukturgelder. Das wird aber nicht reichen. Nötig wäre ein großes Reformprogramm, damit der griechische Staat die Klientelwirtschaft überwindet und moderne wirtschaftliche und politische Strukturen aufbaut.

"Trierischer Volksfreund"

Das griechische Volk hat entschieden. Es hat Nein gesagt. Das Experiment Euro ist damit vorbei. Die Gläubiger müssen ihre Schulden wohl abschreiben. Ab jetzt geht es nur noch um den Übergang, um Nothilfen - und um den Wiederaufbau.

"Frankfurter Allgemeine Zeitung"

Tsipras selbst hat seine Position nur innenpolitisch gestärkt. (.) Gegenüber den Gläubigern hat er dagegen seine Vertrauenswürdigkeit endgültig verspielt, daran ändert auch die Opferung seines rüden Finanzministers nichts. (.) Tsipras wollte einen Nervenkrieg, jetzt bekommt er ihn.

"Der Tagesspiegel"

Der Fall Griechenland kann für eine Wende zum Guten taugen. Wenn das Signal ist: Europa ist reformfähig. Europa ist kein Moloch. Europa ist nicht die böse Fratze, die gezeichnet worden ist. Dafür sollten die Regierungen der Euro-Gruppe, die deutsche zuvorderst, aber auch die französische, jetzt noch einmal vorangehen.

"Mindener Tageblatt"

"Luft anhalten, bis man seinen Willen bekommt, ist ein beliebter Kleinkindtrick. Er wird nicht unauffälliger, indem man mit Finanzminister Varoufakis den schärfsten Provokateur aus der Schusslinie nimmt."

+++ 18:29 EZB: Liquidität bis Mitwoch gesichert +++
Nach Einschätzung der EZB haben Griechenlands Banken ausreichend Reserven, um bis übermorgen ohne zusätzliche Liquititätshilfen überleben zu können. Das berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Demnach will die EZB am Mittwoch erneut über das Thema beraten. Bis dahin sind die Banken nach einer Entscheidung der Regierung in Athen weiter geschlossen.

+++ 18:15 Merkel und Hollande bereiten Europas Position vor +++
Das kurzfristig anberaumte Spitzentreffen zwischen Kanzlerin Merkel und Präsident Hollande in Paris hat begonnen. Die beiden wollen Europas Position gegenüber Athen vor dem morgigen Euro-Gipfel vorbereiten. Beide haben nach dem Referendum unterschiedliche Signale ausgesendet. Merkel gab sich unnachgiebig, Hollande signalisierte Zugeständnisse an Griechenland. In etwa einer Stunde wollen sie vor die Presse treten.

+++ 17:50 Britischer Minister fürchtet Risiken für eigenes Land +++
Der britische Finanzminister George Osborne sieht die Aussichten auf einen guten Ausgang der Griechenlandkrise schwinden. Die Risiken für Großbritannien nehmen nach seiner Darstellung zu. Er ruft Griechenland und die Euro-Zone auf, eine tragfähige Lösung zu finden.

+++ 17:45 US-Demokrat "applaudiert" den Griechen +++
Der demokratische US-Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders hat das Nein der Griechen im Referendum begrüßt. "Ich applaudiere den Menschen in Griechenland, dass sie Nein gesagt haben zu mehr Sparen für die Armen, die Kinder, die Kranken und die Alten", erklärte der linksgerichtete Senator. "In einer Welt von massivem Reichtum und ungleicher Einkommensverteilung" müsse Europa in Griechenland den Aufbau einer Wirtschaft unterstützen, die Arbeitsplätze und Einkommen schaffen. Die Regierung von US-Präsident Barack Obama reagierte bislang noch nicht offiziell auf den Ausgang des Referendums.

+++ 17:32 Schäuble: Varoufakis-Rücktritt ändert nichts +++
Bundesfinanzminister Schäuble trifft sich gerade mit seinem polnischen und französischen Amtskollegen. In einer Pressekonferenz äußerte er sich erstmals seit dem Griechenreferendum: Er respektiert die Entscheidung der Griechen. Sie mache die Suche nach einer Lösung "nicht einfacher". Der Rücktritt seines Amtskollegen Varoufakis erleichtere die Verhandlungen in Zukunft nicht. Das Problem sei nie "ein persönliches" zwischen ihm und Varoufakis gewesen, sagte Schäuble. Varoufakis' Nachfolger stehe vor denselben Problemen.

+++ 17:18 Tsakalotos folgt auf Varoufakis +++

Ebenfalls ein lockerer Typ, aber nicht ganz so unkonventionell wie Varoufakis: Euklides Tsakalotos.
Ebenfalls ein lockerer Typ, aber nicht ganz so unkonventionell wie Varoufakis: Euklides Tsakalotos.(Foto: picture alliance / dpa)

Der bisherige Chefkoordinator und stellvertretende Außenminister Euklides Tsakalotos soll nun neuer Finanzminister werden. Das berichten mehrere Nachrichtenagenturen übereinstimmend. Der zurückgetretene Varoufakis hatte Tsakalotos, ebenfalls ein Professor mit internationaler akademischer Erfahrung und Vorstandsmitglieds von Syriza, als seinen Wunschnachfolger genannt.

 


+++ 17:05 IWF will Athen weiter helfen +++
Der Internationale Währungsfonds will Griechenland weiter unterstützen. "Wir beobachten die Situation genau und sind bereit, Griechenland zu unterstützen, wenn dies gewünscht ist", teilte IWF-Chefin Lagarde mit. Den Ausgang des Referendums kommentierte sie nicht. Der IWF habe die Volksabstimmung über die Sparvorgaben der Gläubiger "zur Kenntnis genommen." Athen hatte vergangene Woche eine fällige Kreditrate in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro nicht pünktlich zurückgezahlt.

+++ 16:55 Varoufakis' beste Sprüche +++

Abfahrt vom Ministerium heute.
Abfahrt vom Ministerium heute.(Foto: picture alliance / dpa)

Motorrad, Lederjacke, Stinkefinger werden von Varoufakis in Erinnerung bleiben - und provokante Statements. Etwa seine Entgegnung auf Kritik der "Bild"-Zeitung: "Es ist eine Ehre, dass 'Bild' versucht, mir zu schaden", sagte er einmal der griechischen Nachrichtenagentur ANA. "Je mehr sie es machen, umso besser schlafe ich nachts."

Oder seine Aussage, Reformvorschläge an die Gläubiger seien absichtlich ungenau formuliert gewesen: "Wir sind stolz auf das Niveau der Ungenauigkeit", sagte er. Es handle sich um eine "produktive Ungenauigkeit", die eine Einigung leichter mache.

Eine kleine Sammlung von Varoufakis-Sprüchen finden Sie hier.

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+++ 16:50 Merkels Krisenpolitik ist gescheitert +++

+++ 16:41 Chefs von EZB und Eurogruppe beim Gipfel dabei +++

Ratschef Tusk hat die Euro-Gipfel-Runde für morgen noch etwas vergrößert. Auch der EZB-Chef und der Eurogruppen-Vorsitzende sollen dabei sein. Ein Zeichen, dass substanzielle Ergebnisse zu erwarten sind?

+++ 16:31 Öffentlicher Verkehr bleibt gratis +++
Zu den ganz, ganz wenigen positiven Seiten der Krise für die Athener Bevölkerung gehört, dass seit Schließung der Banken die öffentlichen Verkehrsmittel gratis benutzt werden dürfen. Da die Banken auch die kommenden Tage geschlossen bleiben, fahren die Athener auch weiterhin umsonst.

+++ 16:23 Opposition stellt sich hinter Tsipras +++ Vertreter mehrerer Oppositionsparteien haben dem Regierungschef für die anstehenden Verhandlungen mit den Geldgebern den Rücken gestärkt. Wie Verteidigungsminister Panos Kammenos mitteilte, verständigten sich die Vorsitzenden fast aller Oppositionsparteien auf eine gemeinsame Haltung mit der Regierung. "Wir haben dem Ministerpräsidenten den Auftrag erteilt, nach Brüssel zu reisen und im Namen des gesamten griechischen Volkes zu verhandeln", hieß es in Athen. Die Kommunisten (KKE) schlossen sich der gemeinsamen Haltung nicht an. Die rechtsradikale Goldene Morgenröte war zu dem Treffen nicht eingeladen worden. Tsipras gab nach den Gesprächen keine Erklärung ab.

+++ 16:12 Fresenius schränkt Lieferungen nach Griechenland ein +++
Gerade hatte der Pharmaverband Efpia mitgeteilt, die Konzerne belieferten Griechenland trotz der Finanzkrise weiter. Die deutsche Firma Fresenius hat allerdings den Verkauf einiger Medikamente in das Land eingestellt. Standard-Produkte wie Kochsalz-Lösungen würden schon seit März nicht mehr nach Griechenland geliefert, sagte ein Sprecher des Dax-Unternehmens. Diese Produkte würden auch von mehreren griechischen Produzenten hergestellt - die Versorgung der Patienten vor Ort bleibe somit sichergestellt. "Produkte, zu denen es für die Patienten keine ausreichenden Alternativen gibt, liefern wir weiter nach Griechenland - allerdings ausschließlich über einen griechischen Distributionspartner", fügte der Sprecher hinzu. Dadurch sei das Risiko für Fresenius geringer als bei einem direkten Verkauf an griechische Krankenhäuser und andere staatliche Einrichtungen.

 

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+++ 15:50 Wall Street reagiert auf Nein der Griechen +++ Gerade hat der Aktienhandel an der Wall Street begonnen. Das Nein der Griechen drückt die Kurse auch jenseits des Atlantiks. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor in den ersten Minuten 0,6 Prozent auf 17.623 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 sank um 0,7 Prozent auf 2062 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büßte 0,9 Prozent ein auf 4965 Punkte.

+++ 15:43 Deutsche Gewerkschaften warnen vor Ende des Euro +++
"Jetzt müssen die Verhandlungen wieder aufgenommen werden", fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund in einer Erklärung. Der Euro dürfe nicht gefährdet werden, gerade für Deutschland sei das sicher. Schuldzuweisungen seien angebracht. "Die Griechen müssen deutlich machen, wie sie langfristig als verlässlicher Partner in der Währungsunion bleiben können. Der Rücktritt des griechischen Finanzministers ist ein geeignetes Signal, dass Vertrauen wieder hergestellt werden kann. Die Gläubiger müssen ihrerseits zu zielführenden Verhandlungen bereit sein."

+++ 15:27 Banken bleiben nächste Tage geschlossen +++
Die griechischen Banken werden Insidern zufolge noch mindestens "einige weitere Tage" geschlossen bleiben. Ein entsprechender Beschluss solle noch im Tagesverlauf veröffentlicht werden, sagen mehrere Banker der Nachrichtenagentur Reuters.

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+++ 15:19 Starinverstor: Grexit bietet Einstiegschancen +++
Starinvestor Mohamed El-Erian zeigt sich besorgt, dass Griechenland mit hoher Wahrscheinlichkeit auf dem Weg zum "Grexit" ist. In der Folge gebe es nun Einstiegschancen für Investoren - etwa in Anleihen von Schwellenländern, sagt der Chefwirtschaftsberater der Allianz im US-Fernsehen.

+++ 15:09 Tsipras verspricht Merkel für morgen neuen Vorschlag +++
Griechenland will beim Gipfel der Euro-Gruppe morgen neue Vorschläge zur Überwindung der Schuldenkrise vorlegen. Dies habe Tsipras Bundeskanzlerin Merkel bei dem bereits erwähnten Telefongespräch gesagt, bestätigten Regierungskreise in Athen.

+++ 15:05 Experten: ohne Parallelwährung bleiben Banken zu +++
Eine Wiederöffnung der griechischen Banken halten die Währungsexperten von Lyxor Asset Management nur dann für möglich, wenn es eine Übergangswährung gibt. Das griechische Bankensystem hänge vollständig von Nothilfen der EZB ab. Der für Griechenland günstigste Fall wäre eine sehr schnelle Umstrukturierung der Schulden und eine Rekapitalisierung der Banken. Als wahrscheinlicher schätzt die Firma allerdings ein, dass nicht sofort eine Lösung der Krise gefunden wird. In diesem Fall dürfte Griechenland die Eurozone verlassen. Sollte die EZB ihre Unterstützung einstellen, sei das Schicksal wohl besiegelt.

+++ 14:57 Gabriel: Pleite steht bevor, bereit zu humanitärer Hilfe +++
Vizekanzler Gabriel nimmt gerade ausführlich zum Referendum uns dessen Folgen Stellung. Die endgültige Zahlungsunfähigkeit Griechenlands scheint ihm unmittelbar bevorzustehen. Man dürfte Griechenland nun nicht im Stich lassen, alle EU-Länder müssten für humanitäre Hilfe bereitstehen.

+++ 14:51 Söder: Grexit am fairsten und ehrlichsten +++

Bayerns Finanzminister Söder plädiert für einen Abschied Griechenlands aus der Euro-Zone. "Der Grexit wäre der fairste und ehrlichste Weg", sagt der CSU-Politiker der "Welt". Griechenland helfe nur eine umfassende Staats-, Verwaltungs- und Wirtschaftsreform, zu der die aktuelle Regierung aber nicht in der Lage sei.

+++ 14:43 Pharmakonzerne wollen säumige Griechen weiter versorgen +++
Pharmakonzerne wollen Griechenland weiter mit Medikamenten versorgen, erklärt der europäische Branchenverband Efpia. Griechische Krankenhäuser und der staatliche Krankenversicherer schulden den Unternehmen mehr als 1,1 Milliarden Euro, da seit Dezember Lieferungen nicht mehr bezahlt wurden.

+++ 14:39 Griechenlands Nachbarn in Sorge +++
Das Nein der Griechen ist nach Auffassung der Regierungskoalition in Sofia gefährlich für das Nachbarland Bulgarien. "Ein geopolitisch und wirtschaftlich außerordentlich wichtiger Nachbar destabilisiert sich heftig", sagte der Fraktionschef des in Bulgarien mitregierenden Reformblocks, Radan Kanew. Griechenland ist für das ärmste EU-Land ein traditionell enger Investitions- und Handelspartner.

+++ 14:33 Varoufakis braust mit Frau und Motorrad davon +++

+++ 14:30 Tsipras ruft im Kreml an +++
Wladimir Putin hat Tsipras telefonisch Hilfe bei der Überwindung seiner Probleme zugesagt. Details des Gesprächs nannte der Kreml in der Mitteilung allerdings nicht. Tsipras habe Putin über die Ergebnisse des griechischen Referendums informiert, hieß es. Beide hätten auch über die weitere Entwicklung der bilateralen Zusammenarbeit gesprochen. Die Initiative zu dem Telefonat ging dem Kreml zufolge von Tsipras aus.

+++ 14:26 "Varoufakis! Varoufakis!"-Rufe zum Abschied +++

 

+++ 14:21 Tsipras und Merkel telefonieren +++
Griechenlands Premier Tsipras hat am frühen Montagnachmittag mit Bundeskanzlerin Merkel gesprochen. Dies berichteten übereinstimmend griechische Medien. Über den Inhalt des Gesprächs wurde von griechischer Seite aus zunächst nichts bekannt.

+++ 14:05 Renzi will definitive Entscheidung am Dienstag +++
Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi dringt auf eine schnelle Lösung für Griechenland. Auf dem Treffen der Staats- und Regierungschefs der Eurozone am Dienstag muss nach seinen Worten eine definitive Entscheidung zu Griechenland getroffen werden. Die griechische Frage müsse direkt in Angriff genommen werden, da sich das Land in einer schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Lage befinde.

Ci sono due cantieri da affrontare rapidamente nelle capitali europee e a Bruxelles.Il primo riguarda la Grecia, un...

Posted by Matteo Renzi on Montag, 6. Juli 2015

 

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+++ 13:57 Linke fordert Schuldenkonferenz +++
Die Linke fordert den Einsatz eines Schlichters. Es solle ein "Vermittler" beauftragt werden, sagte Parteichefin Katja Kipping. Sie präsentierte dies als Teil eins Fünf-Punkte-Programms. Neben dem Schlichter gehören dazu auch eine "südeuropäische Schuldenkonferenz" samt Schuldenerlass für Griechenland, weitere Nothilfen der EZB und verstärkte Anstrengungen, "um an das Geld der Oligarchen ranzukommen". Kipping forderte zudem den "Rückzug" der europäischen "Hardliner" von den Verhandlungen, nachdem der umstrittene griechische Finanzminister Varoufakis seinerseits mit seinem Rücktritt "sehr viel Fingerspitzengefühl" gezeigt habe.

+++ 13:45 Dijsselbloem: Ob Griechenland im Euro bleibt, muss man sehen +++
Das Nein der Griechen zum Sparpaket habe die Suche nach einem Ausweg nur noch schwieriger gemacht, sagt der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem. Er wolle sich weiter dafür einsetzen, dass Griechenland in der Eurozone bleiben könne. "Aber ob das gelingt, müssen wir sehen." Griechenland müsse bereit sein, schwierige Maßnahmen zu ergreifen, wiederholte der Sozialdemokrat.

+++ 13:33 EU-Kommission hat "alles im Griff" +++
Die EU-Kommission hat die griechische Regierung davor gewarnt, auf einfache Lösungen im Schuldenstreit zu setzen. "Es gibt keinen leichten Weg aus der Krise", sagte der für den Euro zuständige Vizepräsident der Kommission, Valdis Dombrovskis. Die Stabilität der Währungsunion stehe durch die Griechenlandkrise aber "nicht in Frage", sagte Dombrovskis. "Wir haben alles, um die Lage im Griff zu behalten." Es sei zu viel Zeit verlorengegangen. Die EU-Kommission sei aber weiter bereit, mit der griechischen Regierung zu arbeiten.

+++ 13:25 Statement von Varoufakis erwartet +++
Unser Kollege Jan Gänger ist in Athen und wartet derzeit mit vielen anderen Journalisten und Schaulustigen vor dem Finanzministerium. Dort wird in Kürze Yanis Varoufakis erwartet.

 

+++ 13:20 EZB: Nothilfen können nicht einfach verlängert werden +++
Die EZB kann die Nothilfen für griechische Banken nach Einschätzung eines Zentralbankers nicht leichtfertig verlängern. "Die EZB ist hier an Regeln gebunden. Das prüfen wir jeweils genau", sagte EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny im ORF. "Aber das muss man jedes Mal neu beurteilen. Und die Entwicklung in Griechenland macht uns das - fürchte ich - leider nicht leichter." Die EZB will Insidern zufolge noch heute über weitere Notkredite beraten.

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+++ 13:13 Tsipras telefoniert mit EZB - und mit Putin +++
Der griechische Ministerpräsident Tsipras hat mit dem Chef der EZB gesprochen. Wie aus Athener Regierungskreisen verlautete, telefonierte Tsipras auch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Der griechische Präsident Prokopis Pavlopoulos telefonierte demnach mit seinem französischen Kollegen François Hollande.

+++ 13:06 Baltische Staaten ziehen Katastrophenbilanz +++
Die baltischen Staaten bewerten das Ergebnis des griechischen Referendums mehr oder weniger als katastrophal. Estlands Regierungschef Taavi Rõivas sagte: "Reformen in Griechenland sind weiterhin unvermeidbar, und die Entscheidung, das internationale Hilfsangebot abzulehnen, macht die Situation kritisch." Der lettische Finanzminister Janis Reirs sagte, das Referendum sei ein Beispiel, wie man "durch eine Abstimmung auf demokratische Weise ein Land ruinieren kann, das sich auf dem richtigen Weg befunden hat".

+++ 12:51 Schulz: Varoufakis' Rücktritt bedeutet Erleichterung +++
Der Rücktritt von Yanis Varoufakis bedeutet für EU-Parlamentspräsident Martin Schulz eine Erleichterung im Dialog mit Athen. Dennoch würden die Verhandlungen nicht leichter, sagte Schulz. Ein Erfolg weiterer Gespräche zwischen EU und Griechenland hänge nicht von einzelnen Personen ab. "Es hängt auch nicht davon ab, wer verhandelt, sondern über was verhandelt wird", meinte Schulz. Es hätten 18 Angebote auf dem Tisch gelegen, die weitreichend gewesen seien. Griechenland habe dazu beim Referendum mit großer Mehrheit Nein gesagt.

+++ 12:25 Finanzministerium hält Schuldenschnitt für "kein Thema" +++
Der von Griechenland geforderte Schuldenschnitt ist für die Bundesregierung "kein Thema". Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums sagte, dies sei auch nicht Gegenstand der zuletzt abgebrochenen Verhandlungen über das zweite Hilfspaket gewesen. Zwar sei es zutreffend, dass "wir uns mit der Schuldentragfähigkeit beschäftigen müssen", sollte Griechenland einen Antrag auf Hilfen aus dem dauerhaften Rettungsfonds ESM stellen. Daraus sei aber nicht abzuleiten, "dass die Verhandlungen in eine bestimmte Richtung gehen müssten."

+++ 12:12 EU-Finanzminister warten auf neue Vorschläge der Griechen +++

Die Euro-Finanzminister erwarten "neue Vorschläge von den griechischen Behörden". Das teilte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem über Twitter mit. Die Euro-Finanzminister kommen morgen Mittag zu einem Sondertreffen in Brüssel zusammen, um über die Schuldenkrise in Griechenland nach dem Referendum zu diskutieren. Die Ressortchefs bereiten damit den Gipfel ihrer Staats- und Regierungschefs am Dienstagabend vor.

 

+++ 12:01 Laut Air Berlin kein Rückgang der Buchungen +++
Die Fluggesellschaft Air Berlin spürt trotz des griechischen Schuldendramas keinen Rückgang der Nachfrage nach Griechenland. "Wir sehen derzeit keinen Abriss bei den Flugbuchungen", sagte Airline-Chef Stefan Pichler. Es gebe auch keine operativen Schwierigkeiten an den griechischen Flughäfen. Air Berlin werde auch weiterhin ihr Programm von 74 Griechenland-Flügen aus Deutschland und Österreich in der Woche anbieten.

+++ 11:52 Russland: Frage der Hilfen ist Sache der Griechen +++
Russland hofft auf eine baldige Lösung im Schuldenstreit Griechenlands mit seinen Gläubigern: Die Frage der Finanzhilfen sei Sache Griechenlands, sagte ein Kreml-Sprecher.

+++ 11:39 Bundesregierung: Keine Grundlage für drittes Hilfspaket jetzt +++
Die Bundesregierung sieht derzeit keine Grundlage für Verhandlungen über ein neues Hilfsprogramm. "Zur Zeit" seien die Voraussetzungen dafür nicht gegeben, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Die Bundesregierung bleibe aber gesprächsbereit, fügte er hinzu.

+++ 11:35 Spanien: Offen für drittes Rettungspaket +++
Spaniens Wirtschaftsminister Luis de Guindos plädiert dafür, dass Griechenland im Euro bleibt. Die Regierung in Madrid sei offen für Verhandlungen über ein drittes Rettungspaket für das von der Pleite bedrohte Land.

+++ 11:32 UN-Schuldenexperte: Griechenland verträgt keine weiteren Sparmaßnahmen +++
Griechenland würde nach Einschätzung eines UN-Schuldenexperten bei weiteren Sparmaßnahmen soziale Unruhen und eine Erholung der Wirtschaft riskieren. Die Protagonisten der griechischen Tragödie sollten nicht nur die Finanzen, sondern auch die Menschenrechte in Betracht ziehen, sagt Juan Pablo Bohoslavsky. Für Griechenland bedeute dies: Keine weiteren Sparmaßnahmen.

+++ 11:13 Venezuela: Referendum ist Sieg gegen IWF-Finanzterrorismus +++
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro begrüßt das Ergebnis des griechischen Referendums begrüßt. "Das Volk Griechenlands hat gesprochen und die europäischen Behörden müssen das griechische Volk respektieren. Es ist ein großer Sieg über den Finanz-Terrorismus des IWF. Genug der kapitalistischen Ausbeutung." Aus Sicht Venezuelas habe sich der Kampf gelohnt, sagte Maduro. "Glückwünsche an das griechische Volk, das dem IWF und den Blutsaugern der Weltbank "Nein" gesagt hat."

 

+++ 11:02 Sinn: Geld wird nie zurückkommen +++
Ifo-Präsident Sinn hat bereits eine Rückkehr zu einer virtuellen Drachme in Griechenland empfohlen. Bei n-tv sagte der Wirtschaftsweise auch, dass das bisher an Griechenland gezahlte Geld seiner Meinung nach verloren ist. "Wenn Griechenland im Euro gehalten wird, wird man neues Geld hinterherwerfen müssen, dann wird diese Summe immer größer. Wenn Griechenland austritt, besteht wenigstens die Chance, dass ein Teil zurückgezahlt wird, denn der Austritt bedeutet eine Abwertung der Drachme", sagte Sinn.

News Spezial bei n-tv: 12.30 Uhr, 13.30 Uhr, 14.30 Uhr und 16.00 Uhr.

+++ 10:51 EZB wird Notkredite wohl aufrechterhalten +++
Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) will sich in einer Telefonschalte mit der Lage in Griechenland befassen. Die Sitzung werde voraussichtlich erst am späteren Nachmittag stattfinden, damit die Politik sich vorher beraten könne. Das verlautete aus Notenbankkreisen. Die meisten Beobachter rechnen damit, dass die EZB die Notkredite für Griechenlands Banken aufrechterhalten wird, solange auf politischer Ebene weiter verhandelt wird.

+++ 10:42 EU-Kommission äußert sich um 12 Uhr +++
Der Vize-Präsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, kündigt an, um 12 Uhr vor die Presse zu treten.

 

+++ 10:37 Chemische Industrie bangt um Europas Ruf +++
Nach dem "Nein" der Griechen zu den Reformforderungen der Geldgeber sorgt sich die chemische Industrie in Deutschland um den Ruf Europas in der Welt. "Eines steht fest: Das Bild der EU in der restlichen Welt als stabile Gemeinschaft hat Risse bekommen", sagte Utz Tillmann, Chef des Verbandes der Chemischen Industrie VCI.

+++ 10:32 Deutsche Banken bleiben gelassen +++
Die Banken in Deutschland sehen das klare "Nein" der Griechen gegen die Reformauflagen der internationalen Geldgeber gelassen. Laut Bankenverband (BdB) ist die Ansteckungsgefahr für andere Euro-Länder dank zahlreicher "Brandmauern" gering. Außerdem seien die deutschen Banken in Griechenland nur noch "sehr gering engagiert". Diesen Umstand hatte Ex-Finanzminister Varoufakis als Beleg für die Scheinrettung Griechenlands gewertet – damit ausländische Banken sich sicher zurückziehen konnten.

Der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) spricht allerdings von einem "schwarzen Tag" für Europa. "Die Entscheidung des griechischen Volkes gegen weitere Verhandlungen mit den Geldgebern rüttelt am europäischen Fundament", erklärte Hauptgeschäftsführerin Liane Buchholz.

Bilderserie

+++ 10:21 Es gibt einen Favoriten für den Finanzministerposten +++
Wie Reuters berichtet, ist Euclid Tsakalotos der wahrscheinlichste Kandidat für das Amt des Finanzministers. Die Agentur beruft sich auf Regierungskreise in Athen. Tsakalotos war bei den Gesprächen mit den Kreditgebern bisher als Chefunterhändler der Griechen aufgetreten.

+++ 10:10 Italien: Keine Ansteckungsgefahr für uns +++
Italiens Außenminister Paolo Gentiloni ist für eine neue Vereinbarung mit Griechenland. "Wir haben ein Interesse daran, einen Vermittlungspunkt mit Griechenland zu finden. (...) Das politische Ziel muss sein, eine Schnittstelle zu finden", sagte er im italienischen Rundfunk. Die Griechenlandkrise bedeute keine Ansteckungsgefahr für Italien. "Unser System ist in Sicherheit."

Präsident Sergio Mattarella sagte, das Referendum bedeute für die EU bisher "unbekannte Szenarien". Aber: "Griechenland ist Teil Europas und gegenüber seinem Volk darf nicht die Solidarität der anderen Mitglieder der Union wegfallen."

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+++ 10:03 China befürchtet Folgen für die Weltwirtschaft +++
China hofft auf Bemühungen "von allen Beteiligten". Die Krise Griechenlands werde "nicht nur die EU, sondern die gesamte Weltwirtschaft beeinflussen", sagte Chinas stellvertretender Außenminister Cheng Guoping. China sieht Griechenland als wichtiges "Tor nach Europa", um seine Waren absetzen zu können. Die chinesische Staatsreederei Cosco hat bereits große Teile des größten Hafens des Landes in Piräus gepachtet und ist an dessen Erwerb interessiert.

+++ 09:52 Sinn: EZB darf gar keine Kredite geben +++
Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn sagt bei n-tv: "Der Rettungsschirm EFSF hat ja am Freitag formell erklärt, dass Griechenland insolvent ist und es gibt keine neuen Rettungsgelder mehr. Also darf nicht die EZB das unterlaufen, indem sie selber Rettungskredite zur Verfügung stellt, was sie im Umfang von 90 Milliarden Euro schon gemacht hat."

+++ 09:44 Frankreich: Wir können reden, aber Athen ist am Zug +++
Die französische Regierung signalisiert in der griechischen Finanzkrise Bereitschaft, über eine Verminderung der griechischen Schuldenlast zu verhandeln. Zunächst sei aber Athen am Zug: "Es ist jetzt an der griechischen Regierung, Vorschläge zu machen", sagte Frankreichs Finanzminister Michel Sapin im Sender Europe 1. Das Referendum selbst löse nichts automatisch. Deswegen müsse Athen jetzt "ernsthafte und solide Vorschläge" machen.

Bilderserie

+++ 09:37 Linke fordert umgehend neue Verhandlungen +++
Die Linkspartei fordert umgehend neue Verhandlungen mit der Regierung in Athen. "Jetzt muss in den nächsten 48 Stunden ein Verhandlungsergebnis her", sagte Parteichef Bernd Riexinger der "Stuttgarter Zeitung". Fraktionschef Gregor Gysi sagte der Zeitschrift "Super Illu": "Frau Merkel muss unverzüglich die Gespräche mit Griechenland wieder aufnehmen und eine Lösung finden."

+++ 09:31 Griechische Spitzenpolitiker tagen in Athen +++
Die Spitzen der Athener Politik zu Beratungen zusammengekommen. Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos hatte auf Bitte von Ministerpräsident Alexis Tsipras die Führer der großen Parteien in seinen Amtssitz geladen. Die Parteichefs wollten mit Tsipras die Folgen des Referendums erörtern.

+++ 09:26 Hofreiter für Fortsetzung der Verhandlungen +++
Bei n-tv sagte Grünen-Fraktionschef Hofreiter, er halte Verhandlungen über weitere Hilfspakete für Griechenland für "absolut notwendig".

"Denn auch nach dem Nein in Griechenland hört ja Griechenland nicht auf zu sein. ... Es ist auch nicht in unserem Interesse, wenn mit Griechenland ein zerfallender Staat innerhalb Europas entsteht."

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+++ 09:16 Ifo-Präsident: Drachme als virtuelle Währung einführen +++
Griechenland sollte nach den Worten von Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn nun den Sprung in die eigene Währung wagen. "Die Drachme sollte sofort als virtuelle Währung eingeführt werden", sagte er. "Alle Verträge des Landes einschließlich der Schuldverträge mit Ausländern sollten umgewandelt werden. Das würde den griechischen Staat und die griechischen Banken wieder flüssig machen."

Zugleich sollte die Staatengemeinschaft darauf verzichten, jene Euro-Banknoten einzutreiben, über die griechische Bürger verfügten, sondern zulassen, dass sie für Bargeschäfte verwendet würden.

+++ 09:12 Dax gibt lediglich rund zwei Prozent nach +++
Kursabschläge zeigen sich am Morgen nach dem Griechenland-Referendum an der Frankfurter Börse, eine Panik aber bleibt aus. Der Dax sinkt zu Beginn um 2,1 Prozent auf 10.827 Punkte, erholt sich danach aber bereits leicht.

+++ 09:08 Hofreiter: Ohne Varoufakis wird es leichter +++
Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter ist zuversichtlich, dass die weiteren Verhandlungen zwischen Griechenland und den Gläubigern ohne Varoufakis einfacher werden. Bei n-tv sagte er: "Ich glaube, dass es die Verhandlungen erleichtern wird. Varoufakis hat ja mit vielen Provokationen das Verhandlungsklima nicht gerade wirklich einfacher gemacht."

+++ 08:57 Syriza will noch heute Varoufakis-Nachfolger benennen +++
Griechische Regierungsbeamte kündigen an, dass nach dem Treffen der Syriza-Parteispitze der neue Finanzminister Griechenlands bekanntgegeben wird. Das berichtet der griechische Journalist Yannis Kousomitis aus Athen, der auch schon für n-tv.de geschrieben hat.

 

+++ 08:47 CSU-Politiker Michelbach: "Keine weiteren Hilfen" +++
Der Obmann der Unions-Fraktion im Bundestags-Finanzausschuss, Hans Michelbach, ist gegen weitere Hilfen für Griechenland. Das Land könne "nicht um jeden Preis in der Eurozone gehalten werden", sagte Michelbach im RBB. "Wir sollten alles tun, um jetzt keine faulen Kompromisse einzugehen."

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+++ 08:37 Industrie kritisiert Nein der Griechen +++
Die deutsche Industrie kritisiert das Nein der Griechen scharf. "Das Ergebnis ist ein Schlag ins Gesicht aller Europäer", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Ulrich Grillo, der Bild-Zeitung. Die Situation für Griechenland sei nun "noch dramatischer geworden".

+++ 08:31 EU-Kommission schickt Dombrovskis vor die Kameras +++
Das erste Statement der EU-Kommission zum Ausgang des Referendums und womöglich auch zum Rücktritt von Varoufakis soll offenbar Kommissions-Vizepräsident Valdis Dombrovskis abgeben.

+++ 08:24 Großbritannien will eigene Wirtschaft schützen +++
Großbritannien hat angekündigt, alles zum Schutz seiner Wirtschaft zu tun. Das "entschiedene" Nein zu den Gläubigerplänen sei ein "kritischer Moment in der griechischen Wirtschaftskrise", erklärte ein Regierungssprecher.

Es gebe bereits "Notfallpläne" und Premierminister David Cameron werde im Laufe des Tages mit dem Kabinett diese Pläne im Lichte der griechischen Entscheidung erörtern.

+++ 08:17 Tsipras-Regierung sucht neuen Finanzminister +++
Beobachter erwarten, dass sich die Syriza-Führung bereits in weniger als einer Stunde treffen wird, um über die Nachfolge von Varoufakis zu beraten. Ein häufig genannter Name ist der des Ökonomen und Syriza-Politikers Giorgos Stathakis.

+++ 08:05 Ölpreis sinkt leicht +++
Die Ölpreise sind gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostet aktuell 59,54 US-Dollar. Das sind 78 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel noch deutlich stärker um 2,15 Dollar auf 54,78 Dollar.

+++ 07:51 Varoufakis begründet Rückzug als Finanzminister +++
Das Referendum und sein Ausgang seien historisch, betont Varoufakis. Doch wie alle historischen Momente habe auch die "historische Zurückweisung des Ultimatums der Eurogruppe vom 25. Juni" einen hohen Preis. Auf seinem Blog schreibt der Finanzminister, man habe ihm deutlich gemacht, dass einige Teilnehmer der Eurogruppe es vorzögen, wenn er nicht mehr bei den Treffen dabeisei. Auch Tsipras fände dies hilfreich, um eine Einigung zu erzielen. "Aus diesem Grund verlasse ich das Finanzministerium heute."

Hier der Blogeintrag (in englischer Sprache)

+++ 07:42 Varoufakis tritt zurück +++
Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis tritt überraschend zurück. Das teilt er bei Twitter mit.

+++ 07:25 Varoufakis: "Ein majestätisches, großes JA für Europa" +++
Noch in der Nacht veröffentlicht der griechische Finanzminister einen neuen Blogeintrag. Titel: "Unser Nein ist ein majestätisches, großes Ja für ein demokratisches, rationales Europa". Yanis Varoufakis schreibt, die Syriza-Regierung sei die erste gewesen, die die Stimme gegen die Zumutungen durch die EU erhoben habe. Die Bankenschließungen, die die Griechen derzeit quälen, seien seit Monaten von den Gläubigern geplant gewesen, um Griechenland zu demütigen. Das Nein der Griechen müsse IWF, EZB und der EU-Kommission zu denken geben.

Den ganzen Blogeintrag (Englisch) finden Sie hier.

+++ 07:03 Euro gibt leicht nach +++
Der Euro ist zum Wochenstart erwartungsgemäß unter Druck geraten. Die Verluste halten sich allerdings trotz des deutlichen Votums der griechischen Bevölkerung gegen die Sparpolitik Europas in Grenzen. Der Euro kostet aktuell 1,1025 US-Dollar und damit etwas weniger als am Freitagabend in New York. In den ersten Minuten des Handels nach dem Referendum in Griechenland war der Kurs noch bis auf 1,0970 US-Dollar gefallen.

+++ 06:50 Argentiniens Präsidentin beglückwünscht Griechen +++
Die argentinische Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner egrüßt Ergebnis des Referendums in Griechnland. Es sei "ein durchschlagender Erfolg für die Demokratie und Würde", twitterte sie. Die Griechen hätten "Nein" gesagt zu unmöglichen und erniedrigenden Bedingungen, die ihnen aufgebürdet würden, um die Schulden des Landes zu restrukturieren. "Wir Argentinier wissen, wie das ist", schrieb sie. "Man kann niemanden zwingen, sein eigenes Todesurteil zu unterschrieben." Argentinien war 2002 pleitegegangen.

+++ 06:31 Dijsselbloem enttäuscht über Nein der Griechen +++
Jeroen Dijsselbloem ist wegen des deutlichen Neins der Griechen besorgt. "Dieses Ergebnis ist sehr bedauerlich für die Zukunft Griechenlands", erklärte der niederländische Finanzminister. Für eine Erholung der griechischen Wirtschaft seien "schwierige Maßnahmen und Reformen unvermeidbar". "Wir werden jetzt die Initiativen der griechischen Behörden abwarten", fügte der Eurogruppenchef hinzu.

+++ 06:09 Merkel fliegt nach Paris +++
Ein Krisentreffen nach dem anderen wird es heute geben: EU-Kommissionspräsident Juncker, EZB-Chef Draghi und Eurogruppenchef Dijsselbloem wollen zunächst am Telefon über die neue Situation beraten. Später am Tag werden die Finanzstaatssekretäre zusammenkommen. Bundeskanzlerin Merkel fliegt am Abend nach Paris. Der französische Präsident Hollande hat griechischen Angaben zufolge schon am Sonntagabend rund eine Stunde mit dem griechischen Ministerpräsidenten Tsipras telefoniert.

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+++ 04:30 Lambsdorff: "Zeitpunkt für Grexit ist gekommen" +++
Der FDP-Politiker Alexander Graf Lambsdorff fordert als Konsequenz aus dem Referendum den Ausschluss Griechenands aus der Eurozone. "Jetzt ist der Zeitpunkt für den Grexit gekommen", sagt Lambsdorff, einer der Stellvertreter von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD), der "Welt". "Der Grexit würde die Eurozone stärker machen und gleichzeitig deutlich machen, dass niemand die Kompromisskultur, die seit Jahrzehnten zum Erfolg der Europäischen Union beigetragen hat, in so eklatanter Weise verletzen darf."

+++ 03:45 Ölpreise geben deutlich nach +++
Der Preis für ein Barrel US-Leichtöl WTI fällt im asiatischen Handel um mehr als zwei Dollar auf 54,44 Dollar. Das ist ein Minus von 3,7 Prozent. Brent-Öl verbilligt sich um 1,3 Prozent auf 59,49 Dollar.

+++ 03:05 Aktienkurse fallen auch in Australien +++
Nach dem Nein der Griechen zu den europäischen Reform- und Sparvorgaben eröffnet die Börse in Sydney im Minus. Der S&P/ASX 200-Index rutscht zum Auftakt 1,4 Prozent auf 5460 Punkte unter den Schlusskurs von Freitag.  "Nach Umfragen sollte das Ergebnis in Griechenland knapp werden, und die 61 Prozent Nein sind eine Überraschung", sagt der Analyst Saul Eskale dem Sender ABC. "Märkte hassen Überraschungen."

+++ 02:25 Juncker telefoniert mit Draghi und Dijsselbloem +++
EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker will mit dem Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, und Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem über das weitere Vorgehen zum Thema Griechenland beraten. Sie seien für den Morgen zu einer Telefonkonferenz verabredet, teilt die Kommission mit. Juncker werde die Staats- und Regierungschefs "der anderen 18 Eurozonen-Mitglieder sowie die Spitzen der EU-Institutionen konsultieren".

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+++ 02:05 Endergebnis: 61,31 Prozent der Griechen stimmen mit Nein +++
Bei dem Referndum über die Forderungen der internationalen Gläubiger stimmen laut offiziellem Endergebnis 61,31 Prozent der Griechen mit Nein. Sie unterstützten damit klar das Vorgehen der Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras im Schuldenstreit mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF).

+++ 01:50 Schulz zweifelt an schneller Banken-Öffnung +++
EU-Parlamentspräsident Martin Schulz glaubt nicht, dass die Banken in Griechenland heute wieder öffnen. Das Versprechen des Finanzministers Varoufakis, dass die Banken öffnen werden und das Geld sofort oder von Dienstag an verfügbar sein werde, "scheint für mich sehr schwierig und gefährlich zu sein", sagt der SPD-Politiker.

+++ 01:30 Euro fällt auf tiefsten Stand seit sechs Wochen +++
Der Euro reagiert mit Kursverlusten auf das "Nein" der Griechen zum Reformkurs der Geldgeber. Die Gemeinschaftswährung rutscht zeitweise um 1,4 Prozent ab, kann sich dann aber etwas fangen und liegt im asiatischen Handel mit 1,1032 Dollar noch 0,7 Prozent tiefer. Am Freitag hat der Euro in New York bei 1,1104 Dollar geschlossen. Auch zum Yen gerät der Euro unter Druck und fällt zeitweise auf 133,700 Yen - der tiefste Stand seit sechs Wochen.

+++ 01:05 Deutliche Mehrheit für "Nein"-Lager bestätigt sich +++
Das Ergebnis des Referendum der Griechen über die Forderungen der internationalen Gläubiger bestätigt sich nach Auszählung fast aller Stimmen: Nach offiziellen Angaben liegt das Nein-Lager nach Auszählung von 95 Prozent der Stimmen bei 61,31 Prozent. Mit Ja stimmen demnach 38,69 Prozent. Die Wahlbeteiligung beträgt den offiziellen Ergebnissen zufolge 62,5 Prozent.

+++ 00:50 Börsen-Futures deuten auf deutliche Abschläge hin +++
An den US-Börsen werden nach dem Referendum in Griechenland zunächst Abschläge von 1,5 Prozent erwartet. Darauf deuten die Notierungen der Futures hin. Am Freitag war die Wall Street geschlossen.

+++ 00:15 BDI-Chef: "Schlag ins Gesicht der Europäer" +++
Industriepräsident Ulrich Grillo kritisiert das Nein der Griechen zu den Sparvorgaben ihrer Gläubiger als "Schlag ins Gesicht aller Europäer". "Das griechische Volk hat sich selbst in eine äußerst schwierige Lage manövriert. Die Regierung in Athen trägt die Verantwortung dafür", sagt der Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) der "Bild". Ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro sei nach dem Referendum durchaus möglich: "Faule Kompromisse darf es nicht geben. Griechenland kann nicht um jeden Preis in der Währungsunion gehalten werden."

+++ 00:05 Euro-Finanzminister wollen Gipfel vorbereiten  +++
Die Euro-Finanzminister wollen am Dienstag das Sondertreffen ihrer Staats- und Regierungschefs zur Griechenland-Krise vorbereiten. Das berichten EU-Diplomaten. Es gehe darum, welchen Kurs die Europartner nach dem "Nein" der Griechen zu europäischen Reform- und Sparvorgaben einschlagen sollen.

+++ 23:36 Steinmeier sieht Athen am Zug +++
Außenminister Steinmeier sieht nun die Regierung in Athen am Zug. "Wir haben zunächst mal ein solches Ergebnis zu akzeptieren", sagt Steinmeier i. "Welche Schlussfolgerungen daraus zu ziehen sind, das ist eine Entscheidung, die jetzt in erster Linie in Griechenland getroffen werden muss und deshalb liegt der Ball in Athen", so der SPD-Politiker.

Der Schicksalstag im Überblick: Zum Liveticker des 5. Juli 2015

Quelle: n-tv.de

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