Wirtschaft

Jeder fünfte Job ist bedroht: 3400 Karstadt-Mitarbeiter vor dem Aus

Dass Karstadt ohne harte Einschnitte keine Zukunft mehr hat, ist klar. Nun zeigt sich, dass der neue Eigentümer René Benko radikal die Job-Sense schwingen will: Tausenden Angestellten droht der Rauswurf. Und es könnten noch viel mehr werden.

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Die rund 17.000 Karstadt-Mitarbeiter müssen sich auf massive Einschnitte gefasst machen. Das Unternehmen habe bei dem angestrebten Personalabbau einen Anteil von 20 Prozent genannt, sagte Karstadt-Gesamtbetriebsratschef Hellmut Patzelt am Montag: "Das ist die Größenordnung, auf die wir uns einstellen müssen." Bei den anstehenden Verhandlungen sei es jedoch das Ziel der Arbeitnehmervertreter, von dieser Größenordnung herunterzukommen.

Die Kaufhauskette Karstadt will unter ihrem neuen Eigentümer René Benko Berichten zufolge rund 2000 der insgesamt knapp 17.000 Stellen streichen. Diese Zahlen nannten die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ) und die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Nach Angaben der "WAZ" sollen in der Konzernzentrale in Essen 400 der noch etwa 1400 Verwaltungsstellen abgebaut werden. In den Filialen sollen weitere 1600 Arbeitsplätze wegfallen.

Verkaufspersonal solle ebenso abgebaut werden wie die Zahl der Kassen, hieß es. In Bereichen mit hoher Selbstbedienungsquote wie zum Beispiel Spielwarenabteilungen werde eine "Reduzierung auf Minimalbesetzung" angestrebt. Nach Informationen der "WAZ" könnte die Zahl der Stellenstreichungen sogar noch höher ausfallen. Die mögliche Schließung von Filialen sei bislang noch nicht eingerechnet, berichtete das Blatt unter Berufung auf Aufsichtsratskreise weiter. Handelsexperten halten 20 bis 30 der bundesweit 83 Warenhäuser für gefährdet. Karstadt-Chefkontrolleur Stephan Fanderl hatte schon vor Monaten selbst gesagt, dass ein Viertel der etwa 83 Karstadt-Filialen von der Schließung bedroht seien, weil sie so unrentabel sind.     

Unklar bleibt dagegen, was der neue Karstadt-Besitzer René Benko mit der schwer angeschlagenen Kaufhaus-Kette vorhat. Die Signa-Gruppe des österreichischen Immobilien-Tycoons hatte Karstadt im August für einen symbolischen Euro von Vorbesitzer Nicolas Berggruen übernommen. Am Donnerstag hatte der Aufsichtsrat erstmals seit der Übernahme getagt.

Die "Bild am Sonntag" berichtete am Wochenende unter Berufung auf ein achtseitiges Sanierungskonzept "Karstadt Fokus", dass ohne harte Einschnitte das Überleben nur noch bis 2016 gesichert sei. Die Kosten für die Sanierung Karstadts würden auf mindestens 209 Millionen Euro beziffert, für eine nachhaltige Sanierung sogar auf 263 Millionen Euro. Für das laufende Geschäftsjahr 2013/14 erwartet der Konzern einen Verlust in knapp dreistelliger Millionenhöhe.

Quelle: n-tv.de

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