Wirtschaft

Liveticker Zypern: +++ 5:40 Uhr Wann öffnen die zyprischen Banken? +++

Zypern läuft die Zeit davon: Bis Montag muss ein Rettungsprogramm stehen, sonst gibt es kein Geld mehr von der Europäischen Zentralbank. Die Zeit, eine für alle Beteiligte akzeptable Lösung zu finden, wird knapp.

+++ 5:40 Uhr Wann öffnen die zyprischen Banken? +++

Laut Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem wird nun zwischen Troika und zyprischer Regierung darüber verhandelt, wann die zyprischen Banken wieder öffnen. Bisher war von Dienstag die Rede gewesen. "Es gibt noch kein festgelegtes Datum", sagte jedoch Dijsselbloem. EU-Währungskommissar Olli Rehn sagte nach er Einigung in Brüssel: "Wir können nun damit anfangen, den Menschen in Zypern beim Wiederaufbau ihrer Wirtschaft zu helfen."

+++ 4:00 Uhr Schäuble "froh" über erreichten Kompromiss +++

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zeigt sich erleichtert über die Einigung auf ein Rettungspaket für Zypern. "Ich bin froh, dass wir jetzt das erreicht haben, was immer unsere Position war", sagte der CDU-Politiker nach einem Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel. Eine Rettung Zyperns sei ohne ein Hinzuziehen der beiden größten Banken Zyperns nicht möglich. Von den beiden größten Banken Zyperns soll eine "geschlossen und abgewickelt" werden, sagte Schäuble, ohne Namen zu nennen. Bei der anderen Bank sollten Einlagen über 100.000 Euro eingefroren und gegebenenfalls für eine Rekapitalisierung herangezogen werden.

+++ 3:00 Uhr Dijsselbloem: Zypern-Rettung ohne Abgabe auf Bankeinlagen +++

Die Eurogruppe und Zypern haben sich nach Worten von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem auf ein neues Rettungspaket für das vor der Staatspleite bedrohte Land geeinigt. Das Programm umfasse eine Stabilisierung des zyprischen Finanzsektors mit einer weitgehenden Restrukturierung der beiden größten Banken des Landes, sagte Dijssselbloem in Brüssel nach den Verhandlungen. "Eine Abgabe auf Einlagen kann und wird vermieden werden", ergänzte er. Einlagen unter 100.000 Euro seien ganz außen vor.

+++ 2:15 Uhr Euro-Finanzminister stimmen Rettungspaket zu +++

Bei den Verhandlungen über ein internationales Rettungspaket für das vom Staatsbankrott bedrohte Zypern gibt es eine Einigung. Die Finanzminister der Eurogruppe stimmten laut EU-Diplomaten einem revidierten Rettungspaket zu. Eine erste, vor einer Woche erzielte Einigung auf ein Rettungspaket hatte das Parlament in Nikosia am Dienstag wegen einer umstrittenen Zwangsabgabe auf alle Bankguthaben abgelehnt. Diese sei nun vom Tisch, hieß es.

+++ 1:35 Uhr Steinbrück wirft Merkel Fehler vor +++

SPD-Spitzenkandidat Peer Steinbrück wirft Bundeskanzlerin Angela Merkel Fehler im Umgang mit der Zypern-Krise vor. "Es war ein schwerer Fehler, die Kleinsparer ins erste Zypern-Paket einzubeziehen", sagte er der "Bild"-Zeitung. Damit habe Merkel für Verunsicherung in ganz Europa gesorgt. Steinbrück formulierte zudem Mindestanforderungen für eine Zustimmung seiner Partei im Bundestag zu einem Verhandlungsergebnis: "Die Summe von 5,8 Milliarden Euro muss gebracht werden und es sollten die bezahlen, die jahrelang von den hohen Zinsen und den niedrigen Steuern profitiert haben, das sind nicht Kleinsparer und Rentner."

+++ 1:00 Uhr Zwangsabgabe für alle ist vom Tisch +++

Das neue Rettungspaket für Zypern sieht EU-Kreisen zufolge die Abwicklung der angeschlagenen Laiki-Bank vor. Einlagen bis zu 100.000 Euro seien dabei garantiert, während alle höheren Guthaben verloren gingen, erklärte ein EU-Diplomat am Rande der Treffens der Euro-Finanzminister in Brüssel. Die ursprünglich vereinbarte Zwangsabgabe auf sämtliche Bankeinlagen sei vom Tisch.

+++ 0:45 Uhr Gespräche wohl vor dem Durchbruch +++

Die Verhandlungen über einen revidierten Rettungsplan für das pleitebedrohte Zypern stehen offenbar kurz vor einem Erfolg. Der Weg für eine Einigung sei geebnet, heißt es aus EU-Kreisen nach Verhandlungen zwischen der EU-Spitze und Zyperns Präsident Nikos Anastasiades.

+++ 23:45 Uhr China zweifelt an schneller Lösung für Schuldenkrise +++

Chinas Finanzminister Lou Jiwei zweifelt daran, dass Europa seine Schuldenkrise schnell in den Griff bekommt. "Ich bin sehr in Sorge um Europa. Ich mache mir Gedanken, ob sie aus dem Ärger in den kommenden zehn Jahren herauskommen", sagte Lou auf einem Wirtschaftsforum. Zugleich wies der erst seit Kurzem im Amt befindliche Finanzminister darauf hin, dass Probleme im Ausland auch Auswirkungen auf die chinesische Wirtschaft hätten. Diese ist immer stärker von der Auslandsnachfrage abhängig.

+++ 22:Uhr 45 Euro-Finanzminister beginnen Verhandlungen +++

Die Euro-Finanzminister beginnen mit rund vier Stunden Verspätung ihre Beratungen über das Rettungspaket für Zypern. Die Verhandlungen gelten als letzte Chance, um Zypern vor der Pleite zu retten: Die EZB will die zyprischen Banken nur noch bis Montag mit Notkrediten versorgen, wenn kein Rettungspaket zustande kommt. Zahlt die EZB nicht mehr, stünden die Finanzinstitute und damit der Staat vor der Pleite.

+++ 22:10 Uhr Zyprer demonstrieren vor EU-Vertretung +++

Mehrere Hundert Demonstranten haben vor den Büros der Vertretung der EU in Nikosia gegen das - wie sie sagten - Spardiktat aus Brüssel demonstriert. Zu der Demonstration hatten linke Parteien und Gewerkschaften aufgerufen.Die Demonstranten versammelten sich anschließend vor dem Präsidentenpalais in Nikosia. Sie skandierten "Troika raus aus Zypern." Vor der Vertretung der EU hatten sie gerufen: "Wir werden nicht die Sklaven des 21sten Jahrhunderts werden." Andere skandierten: "Die Arbeitnehmer werden nicht die Fehler der Banken bezahlen." Es gab auch Parolen gegen die Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Demonstration verlief nach Polizeiangaben bisher friedlich.

+++ 21:25 Uhr Anastasiades spricht von Rücktritt +++

Der zyprische Präsident Nikos Anastasiades soll angesichts des starken Drängens der EU-Führung von Rücktrittsdruck gesprochen haben. Dies berichtete das staatliche zyprische Fernsehen (RIK). Wörtlich soll Anastasiades gesagt haben: "Ich mache Euch einen Vorschlag. Den lehnt ihr ab. Ich schicke Euch einen anderen; das Gleiche. Was wollt ihr denn? Wollt ihr mich zum Rücktritt zwingen? Wenn es das ist, was ihr wollt, dann sagt es."Welche Forderungen er konkret meinte, wurde nicht gesagt. Die politische Führung Zyperns wird per Videokonferenz laufend aus Brüssel informiert.

+++ 20:30 Uhr Treffen der Eurogruppe verzögert sich +++

Der offizielle Beginn des Krisentreffens der Euro-Finanzminister zur Lage in Zypern verzögert sich weiter. Das teilten Diplomaten am Rande der Veranstaltung mit. EU-Spitzenvertreter berieten weiterhin im kleinen Kreis mit Zyperns Präsidenten Nikos Anastasiades. Die Euro-Finanzminister sollen darüber sprechen, wie der Inselstaat vor der Pleite zu bewahren ist. Umstritten ist vor allem, wie Zypern seinen milliardenschweren Eigenanteil am Rettungspaket aufbringen will.

+++ 19:15 Uhr Zyprer können nur noch 100 Euro abheben +++

Zyperns Bankkunden können nur noch 100 Euro täglich am Geldautomaten abheben. Im Ringen um den Erhalt einer Restliquidität schränkten die zwei größten zyprischen Geldhäuser die Abhebungsmöglichkeiten weiter ein. Ein Sprecher von Zyperns zweitgrößtem Finanzinstitut Cyprus Popular Bank erklärte, man werde an dieser Grenze festhalten, bis die Banken wieder öffneten. Dies ist für Dienstag vorgesehen. Zuletzt hatte die Grenze für Bargeld-Abhebungen bei der Cyprus Popular Bank bei 260 Euro täglich gelegen. Auch bei der Bank of Cyprus gilt, dass nur noch 100 Euro täglich verfügbar sind.

+++ 18:00 Uhr Luxemburg fordert rasche Lösung +++

Der luxemburgische Finanzminister Luc Frieden hat eine rasche Einigung zur Beilegung der Finanzkrise in Zypern gefordert. "Wir brauchen heute Nacht eine Lösung", sagte Frieden. "Es geht um die Stabilität in der Eurozone", mahnte er. Jeder der Beteiligten müsse einen Beitrag leisten, damit das Hilfspaket der Geldgeber von zehn Milliarden Euro geschnürt werden könne. Mit Blick auf Spekulationen, wonach mehr Geld für die klamme Insel nötig sei, sagte Frieden: "Die Summen, die in der Diskussion stehen, haben sich nicht geändert."

+++ 17:10 Uhr BND grübelt über Schwarzgeld +++

Das russische Schwarzgeld auf Zypern gibt auch dem Bundesnachrichtendienst zu denken. Laut einem Bericht des "Handelsblatt" hat BND-Chef Gerhard Schindler in einer vertraulichen Sitzung des Wirtschaftsausschusses des Bundestags auf die hohen Schwarzgeldsummen aus Russland bei zyprischen Banken hingewiesen. So seien etwa 40 Prozent der Nettogeldabflüsse aus Russland Schwarzgeld oder "aus Geldwäsche entstanden". Insgesamt seien aus Russland 2012 mehr als 30 Mrd Euro abgeflossen, davon ein großer Teil nach Zypern. Nach Informationen des BND liegen 20 Mrd Euro auf zyprischen Banken. Dieser Betrag "ist höher als das Bruttosozialprodukt von Zypern insgesamt". Dies sei zwar, so der BND-Chef, nicht alles Schwarzgeld, aber ein bestimmter Prozentsatz davon "muss dem Schwarzgeld zuzurechnen sein".

+++ 16:00 Uhr Hilfe aus Großbritannien +++

Zypern bekommt Hilfe aus Großbritannien. Ein hoher Vertreter des britischen Finanz- und Wirtschaftsministeriums sei nach Zypern gereist, um dem Land bei den Einzelheiten zur geplanten der Bankenrekapitalisierung beratend zur Seite zustehen, sagte Danny Alexander, Chefsekretär des Schatzamtes. Dies zeigt die internationalen Bemühungen zum Abwenden der Staatspleite in Zypern. "Die Gespräche in Zypern befinden sich in einem sehr heiklen Stadium", sagte er weiter und fügte an, dass sei auch der Grund, warum Großbritannien jemanden geschickt habe.

+++ 15:00 Uhr Zeitung: Zypern braucht mehr Geld +++

Zypern braucht nach Informationen der Zeitung "Die Welt" mehr Geld zur Rettung seiner Banken und Stabilisierung seines Staatshaushalts. Die zunächst vereinbarten 17 Mrd. Euro reichten nicht aus, zitiert die Zeitung aus dem Umfeld der Verhandlungen. Der genaue Betrag stehe noch nicht fest. Laut mehreren Personen im Umfeld der Troika würde sich der Mehrbedarf auf ungefähr zwei Mrd. Euro belaufen. Eine Ursache für eine Ausweitung des Rettungspakets seien die Verwerfungen durch die Schließung der Banken, die bereits eine Woche andauert.

+++ 14:40 Uhr EZB zuversichtlich - Deutschland skeptisch +++

Die Europäische Zentralbank geht zuversichtlich in die entscheidenden Gespräche über die Rettung Zyperns. Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen sagte der "Bild am Sonntag": "Die Gespräche zum Abschluss eines Anpassungsprozesses für Zypern sind auf einem guten Wege. Das Programm wird dem Beschluss von letzter Woche sehr ähnlich sein. Kleinsparer werden jetzt vollständig geschützt, was richtig ist. Dafür werden größere Anleger in den beiden Großbanken des Landes deutlich stärker belastet werden." In Deutschland sieht man die Zypern-Rettung weiter skeptisch. Eine Mehrheit von 58 Prozent ist dagegen, dass sich Deutschland mit Hilfszahlungen bzw. Garantien an der Rettung beteiligt - nur 38 Prozent sind dafür. Dies ergab eine repräsentative Umfrage von Emnid für "Bild am Sonntag".

+++ 13:30 Uhr Zyperns Präsident um 14.00 Uhr in Brüssel  +++

Präsident Nikos Anastasiades trifft sich am Sonntagmittag um 14.00 Uhr in Brüssel mit Spitzenvertretern der Europäischen Union. Er treffe sich dabei mit EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso, EU-Ratspräsident Herman van Rompuy, IWF-Chefin Christine Lagarde, EZB-Chef Draghi und EU-Währungskommissar Olli Rehn, sagten zwei Vertreter der Eurogruppe. Die Zeit für eine Rettung Zyperns vor der Pleite wird knapp. Sollte Zypern nicht bis Montag einen abgestimmten Sanierungsplan präsentieren, dann stellt die EZB ihre Notfallkredite für die zyprischen Banken ein.

+++ 13:15 Uhr Rehn fordert Lösung noch vor Abend +++

Die Zeit für eine Einigung über eine Rettung Zyperns wird immer knapper. Bis zum Sonntagabend, wenn sich in Brüssel die Finanzminister der Eurozone treffen, muss nach Aussage des EU-Wirtschafts- und Währungskommissars Olli Rehn eine Einigung stehen. "In den kommenden Stunden wird weiter intensiv gearbeitet und Verbindung gehalten", erklärte Rehn. Der EU-Kommissar machte deutlich, dass es für die Zyprer schmerzhaft werden dürfte: "Heute gibt es nur noch harte Alternativen."

+++ 12:30 Uhr Noyer für gemeinsame Rettung Zyperns  +++

Frankreichs Notenbankchef Christian Noyer spricht sich für gemeinsame Bemühungen zur Rettung des zyprischen Bankensystems aus. Zwar wollte sich Noyer zu dem Verhältnis der Banken Zyperns und deren ausländischen Kunden nicht äußern. Das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank sagte jedoch der französischen Wochenzeitschrift Journal du Dimanche: "Die Anstrengungen müssen aufgeteilt werden." Er wies darauf hin, dass das Rettungspaket des Internationalen Währungsfonds, der EU-Kommission und der EZB zwei Drittel der von Zypern benötigten Mittel umfasse.

In Frankreich sei eine Besteuerung von Bankeneinlagen unmöglich, betonte der Notenbanker. "Frankreich könnte nie in eine Krise des Ausmaßes wie in Zypern geraten", sagte Noyer und fügte hinzu: "Zyprische Banken sind über Jahre hinweg Risiken eingegangen, die in Frankreich verboten sind."

+++ 10:50 Uhr Gabriel begrüßt Belastung hoher Vermögen +++

SPD-Chef Sigmar Gabriel begrüßt den Plan der zyprischen Regierung, lediglich hohe Sparguthaben zur Lösung der Finanzkrise mit heranzuziehen. "Wer mehr als 100.000 Euro auf dem Konto hat, gehört in der Regel zu denjenigen, die an diesen seltsamen Geschäftsmodellen in Zypern sehr viel Geld in der Vergangenheit verdient haben", sagte Gabriel dem Sender NDR. Diese heranzuziehen, sei absolut akzeptabel. Dagegen wäre es nach seinen Worten nicht akzeptabel gewesen, auch Kleinsparer mit heranzuziehen.

+++ 8:00 Uhr Anastasiades fliegt nach Brüssel +++

Zyperns Staatspräsident Nikos Anastasiades fliegt nach Brüssel, um die Gespräche zur Rettung des Euro-Landes vor dem Staatsbankrott voranzutreiben. "Die Gespräche befinden sich in einer heiklen Phase. Die Situation ist sehr schwierig", sagte Regierungssprecher Christos Stylianides. Anastasiades wird von Finanzminister Michalis Sarris und der Führung der Zentralbank Zyperns begleitet. Zypern hat nur noch 24 Stunden Zeit für eine Lösung. Sollte es keine Einigung über einen Rettungsplan geben, will die Europäische Zentralbank kein Geld mehr nach Zypern schicken.

+++ 5.00 Uhr Tauziehen dauert an +++

In den Gesprächen mit der sogenannten Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) gebe es Komplikationen, berichtete die zyprische Nachrichtenagentur CNA am späten Samstagabend. Die Gespräche sollen am heutigen Sonntag "in Nikosia oder sogar direkt in Brüssel" fortgesetzt werden, wie aus Regierungskreisen verlautete. In Brüssel will auch die Eurogruppe über die Krise beraten. Die EZB verlangt ein abgeschlossenes Sanierungskonzept. Ansonsten will sie den zyprischen Banken nur noch bis einschließlich Montag Geld bereitstellen.

+++ 3.10 Uhr Unionsfraktionsführung äußert Skepsis +++

Skepsis in der Zypern-Frage äußerte die Führung  der Unionsfraktion im Bundestag. Die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe, Gerda Hasselfeldt, sagte der "Frankfurter  Allgemeinen Sonntagszeitung", immerhin bewegten sich die politisch  Verantwortlichen in Nikosia jetzt. Doch sie bezweifle, ob Zypern  das eigentlich Notwendige tue, "nämlich den notwendigen großen  Eigenbetrag zur finanziellen Rettung zu beschließen".

Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Michael  Meister, rief dazu auf, auch für den Fall einer Insolvenz  Zyperns gewappnet zu sein. Wenn die drei großen Banken Zyperns  insolvent wären, würde das anschließend wahrscheinlich auch für den  ganzen Staat und den Rest der Banken eintreten. Meister fügte  hinzu, es sei zu überlegen, "wie wir die restlichen Euroländer vor  den Folgen einer solchen Entwicklung schützen könnten."

+++ 1.30 Uhr Schäuble sieht harte Zeiten kommen +++

Zypern stehen auch nach einer Rettung aus der aktuellen Krise nach Einschätzung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble harte Zeiten bevor. "Zypern wird einen schweren Weg gehen - so oder so", sagte der CDU-Politiker der "Welt am Sonntag". "Aber das ist nicht die Folge europäischer Sturheit, sondern eines Geschäftsmodells, das nicht mehr funktioniert." Zypern habe seit Herbst 2011 praktisch keinen Zugang zu den Finanzmärkten, seine Anleihen seien auf Ramschstatus gesunken, die beiden großen Banken seien faktisch insolvent.

+++ 23.00 Uhr Komplikationen bei Troika-Verhandlungen +++

Hängepartie auf Zypern: Trotz wachsenden Zeitdrucks zeichnete sich bei den Gesprächen zwischen Regierung und Geldgeber-Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) am Samstagabend keine rasche Einigung ab. Die zyprische Nachrichtenagentur CNA und der Staatsrundfunk berichteten unter Berufung auf Regierungskreise, es gebe Komplikationen. Die IWF-Vertreterin stelle «immer wieder neue Forderungen». Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Zwangsabgabe auf Geldeinlagen des größten zyprischen Geldinstituts, der Cyprus Bank. Über die geplante Höhe machten am Abend in Nikosia verschiedene Gerüchte die Runde.

+++ 21:50 Uhr EU-Kommission fordert Einigung +++

Die EU-Kommission hat mit ungewohnt drastischen Worten eine Lösung der Zypern-Krise noch an diesem Wochenende angemahnt. "Es ist ganz entscheidend, dass sich die Eurogruppe am Sonntagabend in Brüssel auf ein Hilfsprogramm für Zypern einigt", sagte Währungskommissar Olli Rehn. Diese Einigung müsse dann von Zypern und den Euro-Partnern sehr rasch umgesetzt werden. Es sei klar, dass die nahe Zukunft für Zypern "sehr schwierig" werde, sagte Rehn weiter. "Die Ereignisse der vergangenen Tage haben leider zu einer Situation geführt, in der es keine optimale Lösung mehr gibt." Inzwischen seien nur noch harte Entscheidungen möglich. Europa könne aber helfen, den wirtschaftlichen Schaden gering zu halten und die Schwächsten vor den Auswirkungen der Finanzkrise zu schützen.

+++ 21:10 Uhr Brandenburg hat Geld in Zypern angelegt +++

Brandenburgs Finanzminister Helmuth Markov (Linke) hat Medienberichte zurückgewiesen, nach dem sein Haus riskante Anlagegeschäfte in Zypern betreiben soll. "Kein Mitarbeiter und schon gar nicht der Minister spekulieren mit öffentlichen Geldern", hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums. Zwar seien in der Tat Gelder aus dem Pensionsfonds für Beamte in Zypern angelegt. Dabei handele es sich jedoch um einen minimalen Anteil des Fonds von insgesamt 290 Millionen Euro.

+++ 20:00 Uhr Zypern besteuert Guthaben ab 100.000 Euro +++

Zypern hat sich mit der Troika über die Sonderabgaben auf Bankeneinlagen geeinigt. Man habe sich verständigt, eine einmalige Abgabe in Höhe von 20 Prozent auf Einlagen bei der Bank of Cyprus von mehr als 100.000 Euro zu erheben, sagte ein zyprischer Regierungsvertreter zur mit EZB, IWF und EU-Kommission gefundene Vereinbarung. Vier Prozent würden auf die Einlagen über 100.000 Euro bei den anderen zyprischen Finanzinstituten verlangt. Der Pensionsfonds wird demnach nicht angetastet, um die Voraussetzungen für die zehn Milliarden Euro umfassenden EU-Hilfen zu schaffen.

+++ 19:00 Uhr Zyperns Regierung trifft Präsidenten +++

Die politische Führung Zyperns wird sich an diesem Samstagabend (19.00) in Nikosia mit dem Staatspräsidenten Nikos Anastasiades treffen. Im Mittelpunkt der Beratungen stehe der Fortgang der Gespräche, die Finanzminister Michalis Sarris führt, berichtet der zyprische Rundfunk. Analysten werteten dies als ein weiteres Zeichen, dass die Beratungen gut verlaufen. Zuvor hatte Sarris von "Fortschritten" gesprochen. Im Mittelpunkt der Gespräche am Samstag stand auch die Zwangsabgabe auf Geldeinlagen des größten zyprischen Geldinstituts, der Cyprus Bank. Dort sollen die russischen Oligarchen Milliarden geparkt haben. Im Gespräch ist die Belastung von Spareinlagen über 100.000 Euro mit bis zu 25 Prozent.

+++ 17:35 Uhr Tausende Bankangestellte demonstrieren +++

Mehr als 3000 Bankangestellte gehen in der zyprischen Hauptstadt Nikosia auf die Straße, um gegen die geplante Aufspaltung einer der größten Banken des Krisen-Landes, der Laiki Bank, zu protestieren. In Sprechchören prangern sie vor dem Parlament und dem Präsidialpalais die Regierung in Nikosia und die internationalen Geldgeber an: "Die wollen das ganze Bankensystem zerschmettern", skandieren sie. Rund 2300 Arbeitsplätze sind allein bei dem auch Popular Bank genannten Institut gefährdet, die in eine "gesunde" und eine sogenannte Bad Bank aufgeteilt werden soll.

+++ 17:11 Uhr Euro-Finanzminister finden Termin +++

Die Euro-Finanzminister werden am Sonntag um 18.00 Uhr zusammenkommen um in einer Krisensitzung über Zypern zu beraten. Dies kündigte der Vorsitzende der Euro-Gruppe, Jeroen Dijsselbloem, kurz und knapp via Kurznachrichtendienst Twitter an. In einer zweiten Nachricht bestätigte Dijsselbloem, dass das Treffen in Brüssel stattfinden werde, also keine Telefonkonferenz geplant ist. Wegen der Lage des hoch verschuldeten Landes hatte die Eurogruppe in dieser Woche  bereits zwei Telefonkonferenzen abgehalten.

+++ 15:50 Uhr Sinn warnt vor Banken-Run +++

Der Ökonom Hans-Werner Sinn warnt im Zuge der Zypern-Krise vor einem Anlegeransturm auf Europas Banken. "Die Gefahr eines europaweiten Bank Runs besteht latent, denn die Bankenwelt Südeuropas ist angeschlagen", sagte Sinn der "Welt am Sonntag". "Einige Länder und viele Banken sind eigentlich schon pleite und werden nur durch die Sonderkredite der Europäischen Zentralbank am Leben gehalten. Die Katastrophe ist schon längst eingetreten, aber die Öffentlichkeit verschließt die Augen davor", erklärte der Chef des Münchener Ifo-Instituts weiter.

+++ 14:25 Uhr Kirchenoberhaupt empfiehlt Euro-Austritt+++

Das Oberhaupt der Orthodoxen Kirche in Zypern hat sich für einen Ausstieg Zyperns aus dem Euro ausgesprochen. "Es ist nicht einfach, aber wir müssen darauf so viel Zeit verwenden wie auf den Beitritt zum Euro", sagte Erzbischof Chrysostomos II. der griechischen Zeitung "Realnews". Der einflussreiche Kirchenmann glaubt, dass die Gemeinschaftswährung nicht lange überleben werde. "Ich sage nicht, dass der Euro morgen zusammenbricht. Aber mit diesen Genies in Brüssel ist sicher, dass er nicht lange halten wird." Der Erzbischof betonte, das Angebot der zyprischen Kirche gelte weiterhin, dem Staat durch ihr Vermögen in der Eurokrise zu helfen. Die Kirche, größter Grundbesitzer Zyperns und einer der wichtigsten Akteure in der Wirtschaft, hatte angeboten, unter anderem Hypothekenkredite auf ihre Güter aufzunehmen.

+++ 13:20 Uhr Irland empfiehlt "bittere Medizin" +++

Irland hat dem von der Staatspleite bedrohten Zypern ermuntert, einen harten Sparkurs einzuschlagen. Ihr Land habe gezeigt, dass die "bittere Medizin" gewirkt habe, sagte Europa-Ministerin Lucinda Creighton am Rande einer Finanzkonferenz in Finnland. Einsparungen seien nie einfach, doch hätten die überschuldeten Euro-Staaten keine andere Wahl. "Irland will Ländern in schwierigen Zeiten weniger als Beispiel sondern vielmehr als Inspiration dienen", sagte sie. Wenn Irland wie geplant Ende des Jahres als erster Staat das Hilfsprogramm hinter sich lasse und wieder vollständig an den Kapitalmarkt zurückkehre, zeige dies anderen Ländern, dass auch sie dies schaffen könnten.

+++ 13:00 Uhr Gespräche in Nikosia unterbrochen +++

Die Gespräche zwischen der Geldgeber-Troika und dem zyprischen Finanzminister Michalis Sarris über eine Lösung der Finanzkrise der Insel sind am Samstag vorübergehend unterbrochen worden. Die Gespräche sollen um 15.00 Uhr (MEZ) fortgesetzt werden, teilte Sarris in Nikosia mit. "Es gibt wahrhaftig Fortschritte. Wir haben ein umfassendes Programm vorgelegt", sagte Sarris. Es gebe einige Themen, die noch nicht geklärt sind. "Ich hoffe, dass wir keine Überraschungen erleben", fügte der Minister hinzu.

+++ 12:00 Uhr Früherer  EZB-Ökonom kritisiert Ultimatum +++

Der frühere EZB-Chefökonom Jürgen Stark kritisiert das Ultimatum an das Krisenland Zypern und warnt vor einer Inflation wie in den 70er-Jahren in Europa. Das Ultimatum zeige vor allem, wie sehr die EZB inzwischen politisiert sei, sagte er in einem Interview mit der Zeitung "Die Welt" und fügte hinzu: "Der EZB-Rat hat es über lange Zeit gebilligt, dass die Notenbank Zyperns Notkredite an Banken ausgibt, obwohl offenkundig war, dass diese nicht bloß kurzfristige Liquiditätsprobleme hatten, sondern nur durch das Zentralbankgeld vor der Zahlungsunfähigkeit gerettet werden konnten. Eine Zentralbank ist aber nicht dazu da, um die Solvenzprobleme von Banken zu lösen."

+++ 11:30 Uhr Parlament berät am Sonntag +++

Zyperns Parlament wird Abgeordnetenkreisen zufolge erst nach dem Treffen der Euro-Finanzminister am Sonntag über die umstrittene Zwangsabgabe auf Bankeinlagen beraten. "Wir werden nach dem Treffen der Eurogruppe zusammenkommen, sagte ein führender Abgeordneter, der namentlich nicht genannt werden wollte. Er wisse aber noch nicht, wann das sein werde. Zunächst war erwartet worden, dass das Parlament im Kampf gegen die Staatspleite noch am Samstag über die Abgabe entscheidet.

+++ 10:20 Uhr Zyprische Polizei warnt vor Taschendieben +++                                     

Die Finanzkrise auf Zypern ruft mittlerweile auch kriminelle Elemente auf den Plan. Da sich viele Geschäfte und auch Tankstellen weigern, Kreditkarten zu akzeptieren, müssen die Bewohner der Insel mehr Bargeld als sonst bei sich führen - für Taschendiebe bedeutet dies Hochkonjunktur. Die zyprische Polizei mahnt deswegen zu Achtsamkeit. "Wir haben zwar nicht von Raubüberfällen gehört, es sollte aber so bleiben", hieß es.

+++ 9:45 Uhr Zyperns Präsident fährt nach Brüssel +++                                          

Zyperns Staatschef Nikos Anastasiades reist noch am Samstag zu Gesprächen über den Rettungsplan für das Krisenland nach Brüssel. Der Präsident sowie Spitzen der Parteien würden gegen Mittag nach Brüssel reisen und dort Vertreter der EU-Führung zu Gesprächen treffen, berichtete die zyprische Nachrichtenagentur CNA. Abhängig vom Ergebnis des Treffens werde das Parlament in Nikosia "entweder in der Nacht zum Sonntag oder am Sonntagmorgen über die geplante Abgabe für Bankeinlagen abstimmen".

+++ 9:26 Uhr IW-Direktor - Lösung am Wochenende in Zypern möglich +++                   

Das Institut der deutschen Wirtschaft hat die Teilbeschlüsse des zyprischen Parlaments im Kampf gegen den Staatsbankrott als ein Einlenken auf den richtigen Weg bezeichnet. Das verabschiedete Gesetz zur Aufspaltung von in Schieflage geratenen Finanzinstituten sei wichtig, damit der überdimensionierte Bankensektor, wie von den europäischen Partnern gefordert, geschrumpft werden könne, sagte IW-Direktor Michael Hüther im Deutschlandfunk. "Die Aufspaltung der Laiki-Bank in eine Good Bank und eine Bad Bank ist da ganz wichtig", betonte Hüther mit Verweis auf die zweitgrößte Bank des Landes. Eine tragbare Einigung im Parlament bis Ablauf der EU-Frist am Montag sei möglich. "Ich glaube, der Druck wird am Wochenende zu einer heilsamen Lösung führen", sagte Hüther. Zugleich trat Hüther Sorgen vor einer Verschärfung der Euro-Schuldenkrise durch einen Bankrott des kleinen Inselstaates entgegen. Es gebe hier keinen systemischer Effekt.

+++ 5:30 Uhr  Unions-Wirtschaftsflügel skeptisch bei Zypern-Hilfen +++                      

Im Wirtschaftsflügel der Union gibt es erhebliche Skepsis bei Hilfen für den angeschlagenen Euro-Partner Zypern. "Aus dem Desaster in Griechenland wurden keine Lehren gezogen, und es wurde immer wieder auf die Systemrelevanz Zyperns für das gesamte Eurosystem verwiesen", sagte der Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand der CDU/CSU-Fraktion, Christian von Stetten, der Nachrichtenagentur dpa. Diese angebliche Relevanz halte er für ein Land mit 0,2 Prozent der Wirtschaftsleistung der Eurozone aber nicht für gegeben.

+++ 4:30 Uhr Söder: Russen müssen Zypern helfen+++                                                      

Der CSU-Politiker Markus Söder hat Moskau aufgefordert, sich an der Zypern-Rettung finanziell zu beteiligen. "Die Russen müssen helfen. Denn es geht in Zypern auch um russische Gelder. Dafür können nicht deutsche Steuerzahler haften", sagte Söder der "Bild am Sonntag". Der bayerische Finanzminister nannte auch Bedingungen für weitere finanzielle Hilfen an den angeschlagenen Inselstaat: "Zypern muss nicht nur einen eigenen finanziellen Beitrag leisten, sondern auch das Steuerdumping beenden, den Bankensektor verkleinern und nachweislich die Geldwäsche bekämpfen."

Das Protokoll der Zypern-Krise

Quelle: n-tv.de

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